LUXEMBURG
INGO ZWANK

Hygienedienst der Stadt Luxemburg feiert 120-jähriges Bestehen auf Place Guillaume II

Jean-Pierre Welter steht mit seinem Fotoapparat auf dem Place Guillaume II vor historischen Großaufnahmen, die einen Dienst der Hauptstadt bei seiner Tätigkeit zeigen, dem er 38 Jahre als Chef d’Atelier vorstand. Einem Dienst, der über die Sauberkeit der Hauptstadt wacht - und der Grund zum Feiern hat: der Hygienedienst der Stadt Luxemburg.

Gestern Nachmittag stellte der zuständige Schöffe der Hauptstadt, Patrick Goldschmidt, die Jubiläumsausstellung auf dem Vorplatz des Rathauses offiziell vor.

Schöne Bilder, aber es fehlt etwas

„Sehr schöne Bilder, die hier hängen“, schwelgt Welter in Erinnerungen. Erinnerungen, die über seinen Dienst hinausgehen, war doch auch sein Vater schon hier aktiv. „Doch es ist schade, dass hier die Geschichte, die Historie fehlt…“

Aber ein notwendiger Akt, ist der Dienst doch maßgeblich mitverantwortlich dafür, dass Luxemburg-Stadt zu den saubersten Hauptstädten in Europa zählt - „was auch ein gesundes Umfeld mitsichbringt“, wie sich die Verantwortlichen ausdrückten. 340 Mitarbeiter sind dafür verantwortlich, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Um dies weiter zu fördern, hat die Stadt bekanntlich geplant, den gesamten Fuhrpark des Hygienedienstes in den kommenden Jahren auf Elektromobilität umzustellen. „Die Leute sollen ruhig sehen, was wir machen“, sagt Michelle, die gerade zwei Wochen beim Dienst arbeitet. Ihr Kollege Christian, 16 Jahre beim Hygienedienst, ist auch angetan von der Ausstellung. „Es ist doch super, so was zu sehen. Gerade für die Jungen, die gar nicht mehr wissen, wie so etwas ablief. Die Jugend von heute kennt doch nur noch Maschinen.“ Der aktuelle Service-Leiter Marc Weber bedankte sich bei allen, die im Vorfeld des großen 125-jährigen Jubiläums zu dieser „kleinen Ausstellung beigetragen haben.“

Ein bisschen Zahlenwerk dürfte dann bei so einem Anlass natürlich nicht fehlen. So wurden auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg laut letzten Bilanzbericht 2017 insgesamt 64.275 Tonnen Abfälle eingesammelt, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr 2016 trotz gestiegener Einwohnerzahl mit 64.719 Tonnen.

37.521 Tonnen Abfall wurden verbrannt

Ein Großteil der eingesammelten Abfälle, immerhin 37.521 Tonnen, wurde dann in der Leudelinger SIDOR-Anlage verbrannt. 26.754 Tonnen Abfälle wurden getrennt eingesammelt, darauf entfielen 8.684,77 Tonnen Papier und Pappe (gute 28 Prozent), 5.120,44 Tonnen Glas (19 Prozent), 2.861,58 Tonnen biologisch abbaubarer Müll (elf Prozent) als auch 1.533,82 Tonnen Holz, was rund sechs Prozent ausmachte.

Aktuell, so wurde ergänzt, wurden im vergangenen Jahr 8.663 Tonnen Papier, 5.151 Tonnen Glas sowie 3.047 Tonnen biologisch abbaubarer Müll plus 1.749 Tonnen Holz von den Mitarbeitern des Dienstes eingesammelt.

Bis zum 31. Mai ist die Open-Air-Ausstellung auf dem Place Guillaume II zu sehen.