CLAUDE KARGER

„Bereits Mao sagte, ,wer nicht auf die Große Mauer gestiegen ist, ist kein wahrer Mann‘“, schrieb das „Wort“ gestern zum Besuch des Premiers aus dem Ländchen des putzigen Löwens im Imperium des Riesendrachens. Na, zum Glück waren wir schon mal da. Und wissen auch Bescheid, dass die Geschichte, man sehe die „Mutter aller Mauern“ aus dem All, in Wahrheit ein Märchen ist. Doch das Bauwerk bekommt nun sogar einen märchenhaften Blockbuster gewidmet, in dem es die Hauptrolle bei der Abwehr „grässlicher Urzeitechsen“ spielt. „Von diesen Fabelwesen war bei dem Besuch der Luxemburger Delegation zum Glück nichts zu sehen“. Uff, da sind wir ja mal erleichtert. Auch darüber, dass dieser grässliche „Roaming“-Schabernack am 15. Juni endlich ein Ende hat. Die „Mutter des Erfolgs“, Ex-EU-Kommissarin Viviane Reding über deren Buch zum epischen Kampf gegen die Telefonkonzerne das „Wort“ mal urteilte, sie verfalle „etwas zu oft in Selbstlob und Übertreibungen“, erzählte dem „Quotidien“ was bei diesem „Fight“ Sache war. „Ils ont dû se demander qui était cette petite femme venant de ce petit pays qu’est le Luxembourg“. Beharrlichkeit und „vielleicht“ ihr „Escher“ Charakter hätten ihr ordentlich dabei geholfen, den Block zu brechen. Reichlich Stoff für ein Kinoepos.