PASCAL STEINWACHS

Was so ein Wahlkampf doch alles bewirken kann. Leute, die sonst vor Mittag keinen Fuß aus dem Bett bekommen, die sieht man auf einmal frühmorgens auf dem Maart/Traktortreff/Ironman/Woauchimmer, nur um dort/hier vor wildfremden Menschen Männchen zu machen und diesen allerlei unnötiges Zeugs mit auf den Weg zu geben.

Es geht aber noch besser: Wer etwas auf sich hält, der verteilt in diesen vorwahligen Zeiten nicht nur unnütze Gadgetbärchen, sondern der verfügt über einen eigenen Blog. Hier kann der Kandidat seiner potenziellen Wählerschaft nämlich viel arg expliziter als auf Facebook mitteilen, was ihn - politisch und auch sonstwie - gerade so bewegt.

Fleißig am Blogieren ist seit Sonntag auch der CSV/RTL-Kandidat Fränk Kuffer, der auf seinem rucki zucki zusammengezimmerten Seitendings (1, 2, 3 – ganz einfach) nicht mit seiner Begeisterung für sich selbst hinter dem Berg hält. So sei das Bedauern groß, dass er nun nicht mehr im Radio journalieren dürfe, wie er seit seiner Kandidatur des öfteren gehört habe, „well du wars dach deen, deen ëmmer esou kritësch nogefrot huet, deen sech net einfach mat der éischter Äntwert zefridde ginn huet“. So was nennt sich dann wohl gesundes Selbstbewusstsein...