LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Zwei unterschiedliche Filme: „Ready or Not“ und „Angel Has Fallen“

Das Regie-Gespann Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett drehte mit „Ready or Not“ einen ungewöhnlichen Thriller, der sich aus Elementen des Horror- und Splatterfilms zusammensetzt, sowie aus etlichen parodistischen Einlagen. Der Film, der sich nicht vollends ernst nimmt, trieft allerdings vor Blut.

Eine recht bleihaltige Atmosphäre bietet der dritte Teil aus der „Has Fallen“-Reihe, „Angel Has Fallen“ von Ric Roman Waugh. 2013 realisierte Antoine Fuqua den Actionstreifen „Olympus Has Fallen“ und 2016 Babak Najafi die Fortsetzung „London Has Fallen“. Jedes Mal spielt Gerard Butler den Secret-Service-Agenten Mike Banning, dessen Aufgabe es ist, den amerikanischen Präsidenten zu beschützen.

Familienbande

In „Ready or Not“ heiratet Grace (Samara Weaving) den wohlhabenden Alex Le Domas (Mark O’Brien). Was die gute Grace aber nicht weiß, ist, dass sie mit der Familie ein Spiel spielen muss, um vollends akzeptiert zu werden. Die Le Domas sind durch den Verkauf von Gesellschaftsspielen reich geworden. Eine aus einer geheimnisvollen Kiste gezogene Karte ergibt, dass sie Verstecken spielen müssen. Ihre Gegenspieler sind unter anderem ihre Schwiegereltern Tony (Henry Czerny) und Becky (Andie MacDowell) und ihr Schwager Daniel (Adam Brody). Etwas, das Grace ebenfalls nicht weiß, ist, dass die Familie Jagd auf sie machen wird, um sie am Ende in einem satanischen Ritual zu opfern.

Am Anfang plätschert die Geschichte so dahin, doch ehe die schleimigen Dialoge anfangen zu nerven, wird die Handlung ab dem Punkt interessant, wo die Familie sich bewaffnet, um nach Grace zu suchen. Dann wiederum erfolgt ein ernster Dreh in der Handlung, als Emilie (Melanie Scrofano) irrtümlich eine Angestellte erschießt. Diese Szene kommt so unerwartet, dass man zuerst lacht, um sich dann aber zu fragen, ob der Film nun zu einer Parodie werden wird oder doch ein ernstzunehmender Thriller bleibt. Nach etwa 95 Minuten hat der Zuschauer sowohl spannende Momente erlebt wie etliche witzige, aber alle waren blutüberströmt. Diesen ungewöhnlichen Film kann man sich ansehen.

Vom Helden zum Gejagten

Nun zu „Angel has Fallen“: Mike Banning gerät unter Verdacht, eine Drohnenattacke auf den Präsidenten Allan Trumbull (Morgan Freeman) organisiert zu haben. Trumbull liegt im Koma und kann ihn nicht entlasten. So muss er wohl oder über in Handschellen in den Knast. Der Gefangenentransport wird angegriffen und Banning von Unbekannten entführt. Er kann aber entkommen und wird nun von ganz Amerika gejagt.

Der Film wird im Gegensatz zu den zwei Vorgängern etwas vom nervenden Hurra-Patriotismus verschont, obschon der Sinn aller Aktionen es ist, Amerika wieder groß aussehen zu lassen. Es herrscht Bestürzung, dass der Präsident aus den eigenen Reihen angegriffen wurde, so dass man nicht über Patriotismus nachdenken kann. Eine Nebenhandlung ist aber interessanter als der Hauptstrang. Mike trifft nämlich seinen Vater Clay (Nick Nolte), der seine Frau und Sohn im Stich ließ. Mike ist nicht sonderlich von diesem Kerl amüsiert, muss aber schnell entdecken, dass Clay es faustdick hinter den Ohren hat. Nolte mit einem dicken weißen Bart ist einfach köstlich als Daddy Banning. Diese Nebenhandlung und eine spannende, wenn auch nicht sonderlich originelle Haupthandlung machen aus „Angel Has Fallen“ einen Film, den man sich ansehen kann.