LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Zwei Verletzte: Schläger muss sich vor Gericht verantworten

Weil er im Streit David O. (31) eine kaputte Bierflasche auf den Kopf geschlagen hat und ihn an Hals und Armen schwer verletzt hat, muss sich jetzt ein 31-Jähriger vor der Kriminalkammer Luxemburg wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Daneben soll er auch eine 28-jährige Frau mit Hilfe des zweiten Angeklagten, Hugo G. (37), zusammengeschlagen haben. G. wird schwere Körperverletzung vorgeworfen. Der dritte Angeklagte ließ sich krankheitshalber für seine Abwesenheit entschuldigen.

Am Dienstag standen zwei von drei mutmaßlichen Tätern vor Gericht. Der mutmaßliche Haupttäter sitzt geduckt auf der Anklagebank und versucht erst gar nicht, den Blicken der Zuschauer zu entkommen. Im Gegenteil. Er sucht sie sogar und gibt sich nur wenig beeindruckt von seiner Tat und ihren Folgen.

Tatort war schon gereinigt

Der Vorfall geht auf den 5. März 2016 zurück, dem Tag der Nacht-Kavalkade in Wasserbillig. Vor dem „Café Alex“ in der Grand-Rue kam es gegen 23.13 zu einer Massenschlägerei. Am Tatort treffen die Polizisten auf zwei verletzte Opfer, die im Krankenhaus medizinisch behandelt werden mussten. Eine Ärztin stellte zwei große Wunden von acht und vier Zentimeter am Hals und am linken Arm von einem der Opfer fest.

Einer der Polizeiermittler berichtete, dass bei ihrer Ankunft der Tatort bereits gesäubert worden war. Konfetti, Dreck und Bonbons lagen vor dem Café auf dem Bürgersteig. Das Glas der kaputten Flasche fehlte. Die Stimmung sei gereizt gewesen. Als die Polizisten den mutmaßlichen Täter festnahmen, sagte dieser zu den Polizisten: „Es ist geschehen. Für mich ist die Welt zu Ende. Fahren Sie mich bitte nach Schrassig.“

Absolutes Chaos

„Meine Frau wurde rücksichtslos angerempelt, weil sie in eine andere Schlägerei verwickelt worden war“, sagte ein Zeuge. Eine Massenschlägerei unter mehreren Gruppen habe es da vor der Tür des Wirtshauses gegeben. Seine Frau habe einen Streit schlichten wollen, beteuert er. „Dann bekam ich einen Fußtritt ins Gesicht. Ich lag am Boden. Er lag auf mir, dann ich auf ihm. Wir kämpften. Ein totales Chaos“, berichtet er. Der Schläger habe eine Maske getragen - und plötzlich eine Flasche zerschlagen.

Laut Psychiater soll der Hauptangeklagte im größeren Umfang Drogen zu sich genommen haben: Alkohol, Amphetamine, Cannabisprodukten und Kräutermischungen. Er wurde aber für schuldfähig erklärt.


Das Gericht hat für den Prozess drei Sitzungstage eingeplant.