HAMM
CLAUDE KARGER

75 Jahre nach Beginn der Ardennenschlacht: Große Gedenkzeremonie am US-Militärfriedhof in Hamm

Das lange Wochenende der Erinnerung an die Opfer der Ardennenoffensive vor 75 Jahren, das mit einer Kerzenzeremonie am vergangenen Freitag auf dem US-Militärfriedhof in Hamm begann, klang dort auch gestern Nachmittag aus. Das mit einer großen Gedenkfeier, zu der sich rund 1.000 Gäste von nah und fern eingefunden hatten.

Das Ereignis begann mit beträchtlicher Verspätung, was daran lag, dass ein Teil der Gäste die Strecke von Bastogne aus nach Luxemburg zurücklegen musste. In der wallonischen Stadt, die einst von deutschen Truppen eingekesselt und von US-Soldaten gehalten wurde, hatte das ganze Wochenende im Zeichen des Jubiläums gestanden. Gestern morgen fand dort eine feierliche Gedenkzeremonie statt. Auch an anderen Orten in Belgien und Luxemburg wurde der über 44.000 Toten der Offensive und den Hunderttausenden Kriegsversehrten gedacht.

Wie schlimm die Schlacht im eisigen Winter 1944/1945 tobte, können am besten die 15 Veteranen erzählen, die in Hamm waren - auch zwei deutsche Veteranen hatten den Weg dorthin gefunden - und denen alle Redner Tribut zollten. „Den Veteranen danken wir ganz besonders“, unterstrich US-Verteidigungsminister Mark T. Esper und: „wir werden für immer dankbar sein für das Opfer der 5.076 Soldaten, die hier begraben sind“.

Auch die Geschichte einer Versöhnung

Einer von ihnen ist der General der 3. US-Armee, General George S. Patton, der eine entscheidende Rolle dabei spielte, die deutsche Offensive zurück zu werfen. „Das ist meine größte Schlacht“, zitierte Esper aus einem Brief Pattons an seine Frau. „Für einen Moment ruhte das Schicksal der freien Welt auf seinen Schultern“.

Auch Großherzog Henri würdigte den Einsatz der US-Truppen und insbesondere der 28. Infanteriedivision „Keystone“, die in den ersten Tagen der Ardennenoffensive den deutschen Vormarsch unter schwierigsten Bedingungen hemmten, sowie die Führungskraft von General Patton.

Die größte Schlacht, die US-Truppen im Zweiten Weltkrieg zu schlagen hatten, habe einen sehr hohen Preis gefordert, unterstrich der Staatschef und erwähnte die Zehntausenden Opfer auf beiden Seiten, aber auch die rund 600 zivilen Opfer in Luxemburg, wo am Ende der Schlacht mehr als 50 Prozent der Dörfer und Städte in Schutt und Asche lagen.

„Wenn heute so viele Länder hier vertreten sind, dann ist es auch, um die Geschichte einer Versöhnung zu bekunden“, sagte der Großherzog, der die Vertreter der alliierten Kräfte begrüßte, die immensen Opfer der russischen Bevölkerung erwähnte und sich „sehr bewegt“ darüber zeigte, dass Deutschland, der Feind von einst, heute ein enger Freund geworden sei. •

DIE DELEGATIONEN

Aus acht Ländern

Luxemburg Großherzog Henri und ein großer Teil der Regierung, angeführt von Premier Xavier Bettel, war anwesend.
USA Verteidigungsminister Mark T. Esper, Army Gen. Mark A. Milley, Vorsitzender der US-Generalstäbe und Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die eine Delegation aus demokratischen und republikanischen Abgeordneten anführte.
Polen Präsident Andrzej Duda
Belgien Das Königspaar Philippe und Mathilde sowie Premierministerin Sophie Wilmès
Deutschland Ex-Bundespräsident Joachim Gauck
Kanada Botschafter Olivier Nicoloff aus Brüssel
Frankreich Geneviève Darrieussecq, Staatsekretärin der Armeen
Niederlande Piet-Hein Donner, Ehrenstaatsminister
Großbritannien Admiral Timothy Fraser, „Vice-Chief of the Defence Staff“ NATO „Air Chief Marshal Sir Stuart Peach“, Präsident des NATO-Militärkomitees
Die anwesenden US-Veteranen Athance Joe Landry, Jack Stitzinger, Frank Dick, Robert Thompson, Victor Cross, David Bailey, Clayton Christensen, Allen P. Atwell, William M. Buill Jr., Malcolm Marsh, George McAlpin
Die deutschen Veteranen Horst Hennig und Hellmuth Bergmann