Dass die Europawahlen alles andere als sexy sind, darüber ist sich inzwischen auch die Erzbistumszeitung im Klaren, fristen erstere doch trotz zeitlicher Abkoppelung von den Legislativwahlen weiterhin „ein stiefmütterliches Dasein“, wie der „Wort“-Politchef gestern leicht geknickt feststellte.

Wie es auch anders geht, das wissen indes die Dänen, gab deren Parlament doch einen Wahlcartoon in Auftrag, in dem die Nichtwähler doch tatsächlich mit allerlei blowjobenden Nacktfrauen zum Wählen animiert werden sollen. Der Skandal blieb nicht aus, der „Voteman“-Clip verboten, das Parlament blamiert, aber das Ziel erreicht, weiß doch nun auch der letzte Jungwähler, dass übernächstes Wochenende Europawahl ist.

Apropos Nacktfrauen: „Je ne vais pas me prostituer si on me traite de la sorte“, ereiferte sich gestern Nicht-mehr-dabei-Abgeordnetin Astrid Lulling im „Le Jeudi“, ist sie doch immer noch entsetzt, wie unelegant ihre CSV-Partei sie aufs Altenteil abgeschoben hat. Für Juncker oder Frieden, wie ihr versichert worden sei, habe sie ihren Listenplatz ja gerne geopfert, aber doch bestimmt nicht für die jetzige Frau Unbekannt. „Je n‘ai rien contre elle, mais on m‘a menti et maintenant, on voudrait que je fasse campagne?“ Nix da! Rache ist Blutwurst...