LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Ein Testwochenende mit dem Skoda Kodiaq TDI

Das Auto konterkariert alle Erwartungen an die SUV-Mode. Im Gegensatz zu anderen SUV ist er im Inneren keine dunkle Höhle weil weder die C- noch die D-Säule den Umfang eines Vierungspfeilers haben. Nicht nur, dass es hell in diesem Auto ist, er ist nicht nur außen groß, sondern auch innen! Angesichts des heutzutage beliebten Pausbacken-Designs eine seltene Eigenschaft. Achten sie mal drauf, wenn sie das nächste Mal hinter einem zeitgenössischen Auto an der Ampel stehen: Breite Kotflügel, dicker Hintern und darauf ein „Greenhouse“ - neudeutsch für Fenster- und Dachbereich - das deutlich zusammenschrumpft. Nicht so beim Skoda Zodiaq. Das ganze führt zu einem überaus erfreulichen Effekt, der Zodiaq ist im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern ein übersichtliches Auto. Heute eine Seltenheit, natürlich nicht mit der simplen Kastenform eines Mercedes G oder eines Landrover Defender zu vergleichen, aber um Lichtjahre besser als die gesamte Konkurrenz.

Durch dick und dünn

Mit Rücksicht auf den Importeur, der uns den Skoda Kodiaq zur Verfügung gestellt hat, haben wir auf einen intensiven Besuch einer Kiesgrube oder eines Steinbruchs verzichtet. Wirklich nur aufgrund unserer guten Erziehung, denn im Gegensatz zu vielen SUV, die uns in den letzten Monaten in der Redaktion zur Verfügung standen, ist der Kodiaq der erste, der seinem Fahrer das Gefühl vermittelt ihn durch dick und dünn zu bringen. Er reizt dazu, ihn durchs Gelände zu prügeln. Obwohl der Innenraum alles andere als rustikal ist, signalisiert das Auto böhmische Bodenständigkeit. Nix Lifestyle-Transporter, eher Prager Kleinseite als Karlsbader Promenade. Gut so. Natürlich merkt man die Verwandtschaft zu gleich großen Produkten aus Wolfsburg und Ingolstadt, vor allem unterm Blech, aber im Kreis seiner Vettern übernimmt er die Rolle des soliden Kumpels, der sich für keine Arbeit zu schade ist.

Viel Platz und hohe Anhängelast

Für die praktische Seite des Lebens sprechen drei Dinge am Kodiaq: Es gibt bis zu sieben Sitze bei 4,70 Außenlänge, er hat den größten Kofferraum seiner Klasse (bei fünf Sitzen und werden noch weitere Sitze umgeklappt, passen Gegenstände von bis zu 2,80 Meter in den Kodiaq) und verfügt über eine brachiale Anhängelast von bis zu zweieinhalb Tonnen.

Im Solobetrieb fährt er sich trotz seiner Masse auch in Geschwindigkeitsbereichen zwischen 180 und 200 km/h - natürlich auf der deutschen Autobahn - völlig entspannt, das gilt für die von uns getestete Allradversion. Motorisiert mit einem 2.0 TDI mit 190 PS und einem 7-Gang-DSG Getriebe ausgestattet sorgt der Skoda Kodiaq für ein ordentliches Fortkommen.

Unser Urteil: Voll empfehlenswert für alle, die keine vier Ringe brauchen und auch einen Ausflug ins Gelände nicht scheuen.

Alternative: Kleiner Benziner

Übrigens: Wer nur Platz braucht, gerne hoch sitzt, nicht viel schleppen muss und auf Ausflüge ins Gelände verzichtet, für den kann das Kodiaq-Fahren schon mit einem 1,4 Liter Benziner mit 120 PS und manuellem Getriebe beginnen.