RAMBROUCH
PATRICK VERSALL

Morgen um 15.00 fällt der Startschuss zum 30. Sylvesterlaf in Rambrouch

In den Neunziger Jahren fielen einige Straßenläufe in Luxemburg dem Rennensterben zum Opfer: Mangels ehrenamtlicher Helfer, die eine Hand bei der Organisation mit anpackten oder durch die unaufhaltsam fallenden Teilnehmerzahlen blieb bei manch einer Leichtathletikveranstaltung auf einmal der Startschuss aus.

Der Silvesterlauf Rambrouch - der einzige seiner Art in Luxemburg - blieb in den letzten drei Jahrzehnten von allen nennenswerten Läsionen verschont und feiert morgen mit der gesamten luxemburgischen Läufergemeinschaft sein dreißigstes Jubiläum. Lediglich Mitte der Neunziger konnten der Organisator, die Entente Sylvesterlaf 84 , einen leichten Rückgang der Teilnehmerzahl feststellen. Vieles hänge von den meteorologischen Bedingungen ab, erklärt Myriam Picard, Tochter des geistigen Vaters des Silvesterrennens, John Picard.

Familienfeier beiSchneegestöber

Die ehrenamtliche Helferin, die auch am morgigen Dienstag wieder als eine von zahlreichen Ehrenamtlichen ihren Teil zum reibungslosen Ablauf des Rennens beitragen wird, weiß dank ihrer langjährigen Erfahrung, dass mancher Läufer zuerst einen Blick auf die Wettervorhersage wagt, ehe er die Sporttasche packt und sich dazu entschließt, nach Rambrouch zu fahren.

Im Nordwesten Luxemburgs kam es durchaus schon vor, dass sich ambitionierte und weniger ambitionierte Sportler bei Schneegestöber oder eisigen Minustemperaturen durch die letzten zehn Kilometer des Jahres kämpfen mussten.

Die Idee zum einzigen Jahresendlauf des Landes wurde auf einer Familienfeier geboren; die Sportveranstaltung sollte Besucher in die Gemeinde locken und zu einer Art Aushängeschild der Ortschaft Rambrouch werden. Also taten sich der Wanderverein „Les Amis Marcheurs de la Haute-Sûre“, der Rambroucher Fußballverein sowie die Laufvereinigung „Spiridon Lëtzebuerg“ zur Entente zusammen und stellten am letzten Tag des Jahres 1984 den ersten Sylvesterlaf auf die Beine. Die Spiridon-Vereinigung nahm man mit ins Boot, um vom Leichtathletikverband FLA die Erlaubnis für die Ausrichtung eines Straßenrennens zu bekommen.

Anspruchsvoller Rundkurs

Wie alle dem Jubiläumslauf vorangegangenen Rennen wird auch die 10-Kilometer-Strecke des morgigen Laufes integral durch das Dorf vor den Toren des Hochsauer-Stausees führen, wobei die Dorfkreuzung „Um Pull“ den Dreh- und Angelpunkt des Rundkurses bildet. Der Platz erweise sich als ideal für die Zuschauer, da die Athleten diesen mehrmals überqueren, so Myriam Picard. Wegen Straßenarbeiten wurden ab und an am Streckenverlauf kosmetische Veränderungen vorgenommen, im Großen und Ganzen verzichten die Organisatoren jedoch darauf, die Strecke zu ändern, da der anspruchsvolle Rundkurs eines der Hauptmerkmale der Veranstaltung bildet und viele Läufer speziell wegen des Streckenprofils in den Norden kommen.

Des Weiteren schätzen viele Teilnehmer den familiären Charakter der Lauf-Veranstaltung. In Rambrouch wird man auch in Zukunft nicht namhafte Athleten mit fetten Geldprämien zur Teilnahme bewegen, wie dies beispielsweise in Trier der Fall ist. „Wir werden keinem Athleten etwa die Anreise oder die Unterkunft in einem Hotel finanzieren“, so die eindeutige Aussage von Myriam Picard.

Den Silvesterlauf in der ältesten Stadt Deutschlands, der sich auch bei luxemburgischen Top-Athleten größter Beliebtheit erfreut, betrachtet sie übrigens nicht als Konkurrenz. 2014 wird der Startschuss zur 31. Auflage des Sylvesterlaf fallen; mit Motivationsdefiziten haben die Mitglieder des Organisationsteams nicht zu kämpfen. „Der Erfolg der Veranstaltung ist für jeden für uns sichtbar“, so Myriam Picard.