LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Idiotische und inhaltsleere Internethypes gibt es genug,  die meisten sind harmlos, andere können sich zu großen Peinlichkeiten auswachsen oder sind schlicht kriminell, wobei die Bandbreite von Betrug bis zu sexueller Nötigung reichen kann. Alles harmlos gegenüber der „Blue Whale Challenge“ – wer dort mitspielt verletzt sich im Wortsinn selbst und wer dann noch den höchsten „Level“ erreicht, hat nur noch eine einzige Aufgabe zu bewältigen: Sich selbst zu töten.
Das Internet-„Spiel“ stammt vermutlich aus Russland und zieht die Mitspieler durch psychische Tricks und Drohungen, vermutlich auch durch Gruppendruck, in einen Strudel der Abhängigkeit. Fälle in denen das tödliche Ende von Jugendlichen vollzogen wurde, sind mehrfach dokumentiert.

Vorbereitet?

Gilles Baum, liberaler Abgeordneter aus dem Osten, wollte nun von Bildungs- und Jugendminister Claude Meisch und von Minister Etienne Schneider, unter anderem zuständig für innere Sicherheit, wissen, ob Luxemburg auf diese Gefahr aus dem Netz vorbereitet ist. Baum weist auf die Maßnahmen hin, die bereits in Frankreich gegen die „Blue Whale Challenge“ getroffen wurden, sowohl von Seiten des Pariser Bildungsministeriums als auch von Seiten der Polizei.
Zunächst wollte er von den Ministern wissen, ob sie über dieses bösartige „Spiel“ auf dem Laufenden sind. Darüber hinaus fragt Baum ob die „Blue Whale Challenge“ bereits in Luxemburg propagiert wird oder wurde. Zuletzt wollte er wissen ob bereits Präventionsmaßnahmen vorgesehen sind.
In der ministeriellen Antwort wird zunächst darauf hingewiesen, dass die „Blue Whale Challenge“ kein neues Phänomen darstellt. Die sozialen Medien seien von Anfang an mit gewalttätigen oder rassistischen Inhalten gefüttert worden. Auch mit solchen, die Gewalt gegen sich oder gegen andere propagiert haben und die psychische Stabilität der „Mitspieler“ unterminieren. Das Ministerium sei über die „Challenge“  informiert und im ständigen Kontakt mit den sozial-pädagogischen und technischen Diensten, die die Entwicklung im Netz verfolgten.
Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben weder die Polizei, pädagogische Anlaufstellen, „Bee Secure“ oder das Kinder- und Jugendtelefon Kenntnis davon, dass der „blaue Wal“ speziell für Luxemburg propagiert wird. Mittlerweile sei das Phänomen in ganz Europa bekannt und die Öffentlichkeit werde verstärkt informiert.
In Luxemburg hat sich, laut der ministeriellen Antwort, das Programm „Bee Secure“, das seit 2009 Kinder und Jugendliche über Risiken im Internet und in den sozialen Netzwerken aufklärt, auf den Umgang mit der „Blue Whale Challenge“ vorbereitet.
Mehr zum Thema: https://www.bee-secure.lu/fr/news/mise-a-jour%C2%A0-le-blue-whale-challenge-un-r%C3%A9el-danger%C2%A0