LUXEMBURGPATRICK VERSALL

Werk von Alexandre Farto aka VHILS am Freeport vorgestellt

Dass demnächst in diesen Räumlichkeiten hochwertige und auch kostspielige Kunst gelagert wird, danach sieht es Ende Mai absolut noch nicht aus. Im Freeport am internationalen Flughafen von Luxemburg wird noch kräftig gehämmert und Staub aufgewirbelt; bis gestern in der Früh verpasste der portugiesische Künstler Alexandre Farto aka VHILS seiner überdimensionalen Wandmalerei den allerletzten Schliff. Dass er somit gestern nach einer schlaflosen Nacht nicht der offiziellen Vorstellung des Werkes beiwohnte, kann man irgendwie nachvollziehen. Der portugiesische Street Art-Künstler arbeitete einen Monat lang an seinem bisher größten Werk, das er je an einer Betonmauer realisiert hat: Das Relief ist 27 Meter lang und gut acht Meter hoch. Der Künstler griff dabei nicht auf Spraydosen zurück, sondern u.a. auf einen Schlagbohrer, mit dem er sich in der Wand des Freeport-Foyers verewigte.

Die Mauer lebt

Die einst kahle Betonwand erweckt Farto dank seiner überdimensionalen Malerei zu neuem Leben. Mögen die einzelnen Gesichter, die später die Kunden des Freeport begrüßen, dem einen oder anderen bekannt vorkommen, so handelt es sich - wie übrigens auf allen VHILS-Arbeiten - um fiktive Gestalten.

Wieso der Szenestar, der gerade dabei ist, eine Ausstellung in Lissabon vorzubereiten, die im Juli eröffnet, den Auftrag in Luxemburg angenommen hat, erklärt Clemence Wolff von VHILS‘ Galerie kurz und knapp: „Er liebt es einfach, sich neuen Herausforderungen zu stellen“. Farto bohrte nicht nur seine Figuren in die frische Betonwand, sondern arbeitete parallel dazu ein weiteres Werk aus Zement an, das er vor wenigen Wochen an der Mauer befestigte. Die Arbeit, auf der man je nach Blickwinkel ein weiteres Antlitz oder eine Miniaturskyline erkennt, fertigte der Portugiese in seinem Heimatland an. Ebenso die Skizzen: Für die gesamten Vorarbeiten zog sich Farto in seine Geburtsstadt zurück und reiste erst nach Luxemburg, als es darum ging, die Pläne umzusetzen.

Im Herbst kehrt er an seine temporäre Wirkungsstätte zurück, um der offiziellen Einweihung am 17. September beizuwohnen. Anschließend entzieht sich sein Bild den Blicken des breiten Publikums und kann ausschließlich von den Freeport-Kunden bewundert werden. Eventuell würde man VHILS-Arbeit während des „Private Art Kirchberg“ zugänglich machen, hieß es gestern Morgen.