DEN HAAG
IZ

Europol: Grenzenlose Kriminalität erfordert internationale Maßnahmen

Der Grad der Digitalisierung in unserer Gesellschaft nimmt von Tag zu Tag zu, und so ist es leider auch die Cyberkriminalität“ - so resümieren Europol und Eurojust die Situation bezüglich eines Kriminalitätsfeldes, bei dem die Strafverfolgungs- und Strafverfolgungsbehörden ihre Fachkenntnisse, Instrumente und Praktiken ständig anpassen müssen, um effektiv und effizient auf diesen Wandel reagieren zu können.

Fünf große Problem- und Herausforderungsfelder

So haben nun die beiden Strafverfolgungsstellen ihren dritten gemeinsamen Bericht veröffentlicht, in dem die aktuellen Entwicklungen und gemeinsamen Herausforderungen bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität dargelegt und erfasst sind. Fünf große Problem- und Herausforderungsfelder analysiert der Bericht.

Datenverlust Elektronische Daten sind der Schlüssel zu erfolgreichen Ermittlungen in allen Bereichen der Cyberkriminalität, aber die Möglichkeiten, solche Daten zu erhalten, sind erheblich eingeschränkt.

Standortverlust Die jüngsten Trends haben dazu geführt, dass die Strafverfolgung den physischen Standort des Täters, die kriminelle Infrastruktur oder elektronische Beweise nicht mehr ermitteln kann.

Herausforderungen im Zusammenhang mit nationalen Rechtsrahmen Die Unterschiede in den nationalen Rechtsrahmen der EU-Mitgliedstaaten erweisen sich oft als ernsthafte Hindernisse für die Untersuchung internationaler Cyberkriminalität.

Hindernisse für die internationale Zusammenarbeit Im internationalen Kontext gibt es keinen gemeinsamen Rechtsrahmen für die beschleunigte gemeinsame Nutzung von Beweismitteln, wie es für die Beweissicherung gibt. Es besteht auch ein klarer Bedarf an einem besseren Mechanismus für die grenzüberschreitende Kommunikation und den schnellen Informationsaustausch.

Herausforderungen öffentlich-privater Partnerschaften Die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft ist für die Bekämpfung der Cyberkriminalität von entscheidender Bedeutung, doch es gibt keine einheitlichen Regeln für das Engagement, so dass die Ermittlungen behindert werden können.

Kriminalitätsbereiche

Alle diese Herausforderungen seien für die Bekämpfung der Cyberkriminalität von besonderer Bedeutung, betreffen aber auch andere Kriminalitätsbereiche, heißt es aus Den Haag weiter.

Die Natur des Cyberspace bedeute, dass die Cyberkriminalität grenzenlos ist. Daher seien nun einmal internationale Maßnahmen erforderlich, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Seit der Veröffentlichung des letzten Berichts im Jahr 2017 wurden erhebliche Fortschritte erzielt, resümieren die Behörden. Zu den wichtigsten Bestandteilen dieser Fortschritte gehören eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und die Bereitstellung von Plattformen und Netzwerken für den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren, wie das Europäische Justizielle Netz für Cyberkriminalität (EJCN) und die Gemeinsame Arbeitsgruppe für Cyberkriminalität (J-CAT).