„Ohne breite öffentliche Unterstützung, ohne charismatische Politiker, war ein Referendum so etwas wie die Atombombe im Kalten Krieg“, schrieb gestern der „Land“-Leitartikler, „diese war nur nützlich, so lange man sie nicht zu zünden brauchte“. Das Drohpotenzial habe so gegenüber dem Bistum funktioniert, die CSV allerdings habe sich nicht einschüchtern lassen und gelassen abgewartet, dass die Regierung ihr Referendum zünden musste und dessen erstes Opfer wurde. Klingt ja, als ob kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Da wünscht man sich glatt weit weg in die Baumhäuser im laotischen Dschungel, von denen der „Wort“-Editorialist gestern so schwärmte. Aber nun gut, eskalieren lassen wollen die politischen Kräfte die Sache ja nicht. „Die CSV und ihr Oppositionsführer haben ihren Auftritt gehabt, die ADR hat sich ereifert, aber nun lassen erst einmal auch sie das Referendum aussehen, wie eine Runde Freibier und versuchen die Wogen zu glätten“, analysiert das „Land“, das auch nicht an die Behauptung der CSV glaubt, das Referendum habe dem internationalen Ansehen des Landes geschadet. Dort werde die Fragestellung nach einem Ausländerwahlrecht bei Parlamentswahlen nämlich „als das gesehen was sie war: Eine Pioniertat in einem Land mit ziemlich einzigartiger Zusammensetzung der Bevölkerung“. Affaire à suivre.