Gefühlte 50 Grad und Rauchwolken, wo das Auge hinschaut. Es ist 22.00 Uhr in der Rockhal und von Snoop Dogg fehlt jede Spur. Wird er überhaupt auftreten? Denn am Freitag in München ging der Hip Hop-Star lieber aus, als sein geplantes Konzert zu geben. Die Stimmung scheint gleich zu kippen, die ersten Buhrufe sind zu hören. Ungeduld macht sich breit. Fragende Blicke richten sich auf die Bühne. Tausende Menschen stehen vor der Tür, weil die Hitze in der Halle nicht auszuhalten ist. Dann, plötzlich, sind die Drums zu hören. Endlich! Der amerikanischen Superstar betritt ganz cool die Bühne, singt zuerst Playback und dann manchmal auch live. Das Publikum tobt, alle sind aus dem Häuschen. Alte Hits werden ausgegraben und Songs von anderen Künstlern neu interpretiert. Snoop kifft auf der Bühne und liefert eine kommerziell perfekte Show ab. Als die Masse anfängt zu kochen, verlässt der Rapper die Bühne. Wo ist er hin? Nach einer knappen dreiviertel Stunde gehen die Lichter wieder an. Das war’s! Snoop Dogg war da, kurz und knapp.
Anne und Tiffany, zwei riesige Hip Hop-Fans, verraten im „Journal“-Interview, warum sie trotz des kurzen Konzerts immer noch von Hip Hop begeisterst sind.
Seit wann seid Ihr Hip Hop-Fans?
Anne In unserer frühen Jugend sind wir irgendwann zur Hip Hop-Szene gestoßen. Immer wieder kamen wir mit diesem Musikstil in Kontakt, sei es wegen der Musik, des Graffitis oder des Kleidungsstils. Hip Hop hat uns positiv geprägt und ist Teil unseres Lebens geworden.
Ist Hip Hop auch ein Lebensgefühl?
Tiffany Ja. Die meisten aus der Szene sind offen, auch gegenüber anderen Musikgenres. Leider sind Musikbegeisterte, die einen anderen Sound bevorzugen, oft negativ eingestellt, wenn es um Hip Hop geht.
Wie sieht Eurer Meinung nach die Hip-Hop Szene in Luxemburg aus?
Anne Es gibt eine Szene. Früher war sie sehr ausgeprägt, leider ist in den letzten Jahren das Interesse zurückgegangen. Durch die sozialen Netzwerke taucht Hip Hop aber wieder immer mehr auf.
Wenn Ihr ein Hip-Hop Konzert besucht, seht Ihr anders aus als im wirklichen Leben? Warum?
Tiffany Für ein Hip Hop-Konzert können wir uns so stylen, wie wir uns das vorstellen. Wir können ganz uns selbst sein und uns wohlfühlen. Im Alltag, vor allem bei der Arbeit, ist das leider nicht möglich, denn da gehört ein gewisser Dresscode dazu.
Müsste es Eurer Meinung mehr Hip Hop-Lokale und Konzerte in Luxemburg geben?
Anne Auf jeden Fall! Noch vor ein paar Jahren gab es mehrere Hip Hop-Bars. Wir konnten tolle Abende mit unserer Musik verbringen.
Stimmt es, dass das Image des Hip Hops ziemlich negativ ist? Wie könnte man es ändern?
Tiffany Das trifft teilweise zu. Die Hip Hop-Kultur wird oft mit Kriminalität in Verbindung gebracht. Der künstlerische Aspekt geht dadurch leider verloren und die Hip-Hopper werden in eine Schublade mit Kriminellen gesteckt. Die positiven Aspekte dieser Szene sollten auch in Betracht gezogen werden, Graffiti sollte als Kunst angesehen werden.
Wie fandet Ihr das Konzert von Snoop Dogg?
Anne Das Konzert war genial. Er hätte mehr von seinem neuen Album bringen können, aber sein Mix von alten Liedern plus ein paar Cover-Songs in einer Dreiviertelstunde war super. Es herrschte eine bombige Stimme.




