LUXEMBURG
MARCO MENG

Unternehmensanleihen mausern sich zum attraktiven Anlageprodukt

Anleihen, auch Bonds oder Schuldverschreibungen genannt, erfreuen sich eines regen Zuflusses an Investorengeldern. Neben den eher niedrig verzinsten Staatsanleihen setzen Anleger dabei immer mehr auf Unternehmensanleihen, wie sie auch an der Luxemburger Börse gehandelt werden und wie sie zahlreiche Luxemburger Investmentgesellschaften in Fonds gebündelt haben.

Cargolux finanziert mit Anleihen ihre Boeings, der Energieversorger Enovos hatte zuletzt 2012 Anleihen im Volumen von 200 Millionen Euro ausgegeben, und auch SES finanziert sich unter anderem durch Herausgabe dieser Wertpapiere, die über eine bestimmte Laufzeit dem Investor regelmäßig eine Zinszahlung gewähren, bis bei Laufzeitende die geliehene Summe dem Anleger zurückgezahlt wird. „Staatsanleihen werfen momentan nur wenig Rendite ab, gelten aber als sichere Anlage“, erklärt Mikkel Strørup, Deputy Manager bei Sparinvest. Die dänische Investmentgesellschaft verwaltet seit 2001 in Luxemburg Einlagen von inzwischen rund zehn Milliarden Euro.

Angesichts anhaltender wirtschaftlicher Ungewissheiten zahlen Unternehmen, die von offiziellen Agenturen ein niedriges oder gar kein Kreditrating erhalten, weiterhin hohe Zinsen für ihre Anleihen. Hier bietet sich also eine attraktive Investitionsmöglichkeit, auch für Privatanleger. Strørup: „Privatpersonen habe nicht immer viel Erfahrung bei Investments, was schade ist. Man muss sich bei Investitionen stets eines gewissen Risikos bewusst sein. Bei Aktien ist das jedem bewusst, man kennt die Kurven, die mal nach oben, mal nach unten gehen. Anleihen sind nicht grundsätzlich sicherer als Aktien, aber das Risiko ist überschaubar und verständlich.“

Gute Alternative

Der Sparinvest-Manager meint, zwischen Staatsanleihen und Aktien habe sich die Geldanlage in Unternehmensanleihen bewährt. Sparinvest legt darum in Luxemburg Fonds auf, die in Unternehmensanleihen investieren. „Das ist ein bisschen ein anderer Markt“, sagt Strørup, „aber ein sehr interessanter Markt“. Und seine klare Antwort, ob Unternehmensanleihen auch für Privatanleger interessant sei, lautet: „Auf jeden Fall!“

Strørup verweist als Beispiel auf einen seiner Fonds, in den man für vier Jahre einzahlt und dessen Einlagen an rund 80 Unternehmen weltweit verliehen werden - für den Investor eine jährliche Rendite von rund 5,5 Prozent. In einer Zeit, in der man - wenn man Glück hat - beim normalen Sparkonto ein halbes Prozent bekommt, eine Rendite, die sich sehen lassen kann. Diese Form der Geldanlage sei darum sehr interessant, sagt Strørup, auch wenn wegen der Beliebtheit dieser Anlageform Unternehmensanleihen derzeit recht hochpreisig sind.

Die meisten Anleihe-Fonds sind auch für den Privatanleger verfügbar, der über seine Hausbank in die Fonds einzahlt, ob 50 Euro oder 50.000 ist beim Sparinvestfonds egal, denn eine Mindestanlagesumme gibt es hier nicht.