LUXEMBURG
DR. MARTIN W. HÜFNER

Alle klagen über das langsame Wachstum der Wirtschaft. Die Wirtschaftsleistung nimmt in den meisten großen Industrieländern nur noch um ein bis zwei Prozent pro Jahr zu. Das ist für die meisten Menschen unbefriedigend. Wenn man genauer hinschaut, zeigt sich allerdings ein differenzierteres Bild. Es gibt nach wie vor Branchen, die stark expandieren. Dazu gehören etwa der ganze Bereich der High Tech oder auch die vielen Start-ups. Umgekehrt gibt es Wirtschaftszweige, die langsamer expandieren oder gar schrumpfen. Musterbeispiele sind die Stahl- oder die Textilindustrie. 

Zu den Sektoren, denen keine größeren Expansionsmöglichkeiten zugetraut werden, gehört auch die für Luxemburg so wichtige Finanzindustrie. Vielfach wurde sie als die Stahlindustrie der kommenden Jahre bezeichnet. Die Bilanzsumme der deutschen Banken ist seit 2010 nur um drei Prozent gestiegen, verglichen mit über 20 Prozent Zuwachs beim nominalen Sozialprodukt. 

Freilich kann man auch in der Finanzindustrie nicht alles über einen Leisten schlagen. Es gibt einen Bereich, der um Meilen hervorragt. Das ist, was viele nicht wissen, das Asset Management beziehungsweise die Fondsindustrie, die gerade hier in Luxemburg eine so große Rolle spielt. Das Volumen der von dieser Branche betreuten Gelder hat sich in Deutschland seit 2010 um ganze 68 Prozent ausgeweitet. Das entspricht einer jahresdurchschnittlichen Zunahme um rund neun Prozent. Das ist ungewöhnlich. 

Es kommt aber nicht von ungefähr. Dahinter steht erstens die hohe Ersparnis der privaten Haushalte vor allem zur Alters-vorsorge. Die Fondsindustrie bekommt zwar nicht alles Geld aus diesem Topf, aber sie hat einen guten Anteil. 

Dazu kommen zweitens die Kurssteigerungen aus den von den Asset Managern betreuten Geldern. Grob geschätzt ist etwas mehr als die Hälfte des Wachstums der Asset Manager auf Kurssteigerungen zurückzuführen. Das ist viel. 

Drittens spielen die Umschichtungen von Spareinlagen in Wertpapieranlagen eine Rolle. Die Menschen merken, dass sie mit ihren Sparkonten Verluste machen, weil die Preissteigerung höher ist als die Zinsen. Sicher müssen sie manche Einlagen aus Vorsichtsgründen und als Ersparnis für größere Ausgaben halten. So viel „Vorsichtskasse“ wie derzeit gehalten wird, wird sicher nicht gebraucht. Da fließt einiges in höherrentierliche Fonds ab. 

Vierter Grund schließlich sind die Gelder, die die Gesellschaften im Ausland akquirieren. Lange Zeit spielten Auslandsgelder am europäischen Kapitalmarkt eine große Rolle. Das ist mit dem Wertpapierankaufsprogramm der Europäischen Zentralbank allerdings vorübergehend unterbrochen worden. 

Das starke Wachstum der Asset Management-Industrie ist für alle Beteiligten gut. Es belebt die Konkurrenz und zieht neue Anbieter an. Die Produktpalette wird breiter und kann sich noch besser an die Risikopräferenzen der Sparer anpassen. Die Kosten steigen nicht so stark wie das auf weniger wettbewerbsintensiven Märkten der Fall ist. Es ist ein Segen für Luxemburg und die hier tätigen Institute, dass sich das Land schon sehr früh für die Asset Management-Industrie stark gemacht hat und den Firmen gute Standortbedingungen bietet.

ASSENAGON ASSET MANAGEMENT S.A.

Umfassendes Management von Risiken

Assenagon ist ein auf die Steuerung von Kapitalmarktrisiken spezialisierter europäischer Asset Manager. Seit der Gründung im Jahr 2007 haben institutionelle Investoren dem Unternehmen ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Euro anvertraut. Heute sind etwa 80 Mitarbeiter an den Standorten Luxemburg, München, Frankfurt und Zürich beschäftigt. Das Unternehmen bietet umfassendes Management von Risiken im Fondsmantel an und orientiert sich am Bedarf von Kapitalanlegern, Erträge mit vorgegebenen Risikobudgets zu erwirtschaften. Der zweite Schwerpunkt liegt auf maßgeschneiderten Dienstleistungen, die sich über die gesamte Prozesskette des Risiko-Managements erstrecken: Angefangen bei der Bewertung von Risiken über die Analyse von Rendite-/Risiko-Profilen sowie die Identifikation und Umsetzung von Investmentchancen an regulierten Märkten bis hin zu Collateral Management.
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