LUXEMBURG
LJ

Wie die Politik auf den gestrigen Streik für Klima reagiert

Die Politik stand der „Youth for Climate“-Bewegung, die gestern den „Global Strike for Future“ veranstaltete größtenteils positiv gegenüber. Bildungsminister Claude Meisch (DP) hatte das gesellschaftliche Engagement der Jugendlichen in der Frage des Klimawandels begrüßt und hatte Schülern, die an der Demo teilnehmen wollten, eine „Dispens“ vom Unterricht bei Vorlage eines Antrags (mit elterlicher Unterschrift bei Minderjährigen) gewährt.

Dieschbourg: Jugend soll bei Klimaplan mitentscheiden

Was ihm eine Menge parlamentarischer Fragen des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser einbrachte, etwa ob das „Aussetzen des regulären Schulbetriebs“ wegen eines Klimastreiks keine „politische und ideologische Beeinflussung“ des Schulbetriebs darstelle oder wer denn entscheide, was die gesellschaftlichen Herausforderungen seien, für die gestreikt werden dürfe. Woraufhin der Minister in seiner Antwort meinte, der Klimawandel sei eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen - der wie andere solcher Herausforderungen nicht noch tiefgreifend definiert werden müssten - und er begrüße ausdrücklich, dass sich Jugendliche dieser Thematik annehmen. Die Regierung hatte zudem dafür gesorgt, dass die Transportmöglichkeiten gestern verstärkt wurden, um die Schüler zur Demo zu bringen. „Ich begrüße das Engagement der Jugendlichen in Luxemburg. Es geht um ihre Zukunft!“, twitterte derweil Carole Dieschbourg (déi gréng), Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung, „ich möchte sie beim nationalen Klimaplan, der Ende des Jahres angenommen werden soll, mitentscheiden lassen“. Die LSAP reagierte mit einer Pressemitteilung, in der sie „allen Schülern, die am heutigen Freitag in Luxemburg und in zahlreichen anderen Ländern für mehr Klimaschutz demonstriert haben, ihren Respekt für ihr Engagement“ ausdrückte. Die sozialistische Partei verstehe „die Botschaft der Jugendlichen sowohl als verständliche und größtenteils gerechtfertigte Kritik an der aktuellen Klimapolitik als auch als Ansporn sich weiter konsequent für eine ökologische, gleichzeitig aber auch stark sozial ausgerichtete Politik auf nationaler sowie europäischer Ebene einzusetzen“. „Dies ist ein sehr starkes Zeichen!“, wir Präsident Franz Fayot zitiert. Die politischen Jugendorganisationen CSJ, déi jonk gréng, déi Lenk Jeunes, JDL, Jonk Piraten und JSL hatten bereits vor einigen Tagen in einer gemeinsamen Erklärung ihre Unterstützung für den Schüler-Klimastreik bekundet. Das hatten auch KPL und „Jeunesse Communiste“ getan. Gestern Nachmittag begrüßte die Regierung in einer Pressemitteilung das Engagement der Jugendlichen. Aktionen für das Klima müssten in allen Bereichen und von allen Akteuren geführt werden.