LUXEMBURG
LJ

Großherzog Jean setzte sich für viele gute Zwecke ein - für manche aber ganz besonders

Ce n’est qu’un au revoir Chef-Scout - De Lëtzebuerger Scoutissem huet en aussergewéinleche Chef verluer“: Die „Lëtzebuerger Guiden a Scouten“ gehörten zu den ersten Vereinigungen, die gestern Morgen ihre Trauer per Pressemitteilung bekundeten. „Et pour cause“: Großherzog Jean hat das Scoutwesen in Luxemburg 74 Jahre lang als „Chef-Scout“ geprägt. Am 28. Oktober 1945 legte der damalige Erbgroßherzog sein Scout-Versprechen im Nationalstadion ab. „Ich fasse dieses Versprechen als eine ganz ernste Sache auf, das den Menschen ein Leben lang bindet, vor seinem Gott und vor seinem Gewissen“, sagte er damals. Der Scoutismus sei mehr als ein Spiel, sondern „eine wunderbare Methode, um junge Menschen zu charaktervollen Männern und guten Bürgern zu erziehen“. Die Pfadfinderbewegung habe unter Jean, der auch als Staatschef weiter Chef-Scout blieb, einen „bemerkenswerten Aufschwung erlebt“, schreibt die LGS, die auch daran erinnert, dass der jetzige Großherzog Henri sich bereits in jungen Jahren bei den Scouts engagierte und Großherzogin Joséphine-Charlotte 1990 den Titel des „Chef-Guide“ akzeptierte. Gemäß dem Motto „Immer bereit“ habe Großherzog Jean sich stets mit den Fragen der beiden Scout-Verbände in Luxemburg auseinander gesetzt und selbst konstruktive Vorschläge eingebracht. „Monseigneur, déi Dausende vu Scouten a fréiere Scouten aus Ärem Land vergiessen Iech net. Merci Chef. Ce n’est qu’un au revoir“, schließt die Mitteilung. Auch für den Sport hatte Großherzog Jean zeitlebens viel übrig und praktizierte regelmäßig Reiten, Ski, Tennis, Schwimmen und Fechten. Zwischen 1946 und 1998 war er Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und ab 1998 Ehrenmitglied der Organisation, die sich in einer Pressemitteilung sehr traurig über seinen Tod zeigt. „Er war immer eine sehr ruhige und ausgewogene Person, die in der olympischen Bewegung sehr respektiert war für seine Integrität“, schreibt IOC-Präsident Thomas Bach, „er vermochte so bei zahlreichen Gelegenheiten auseinandergehende Meinungen zu moderieren und so sehr zur Einheit des IOC beizutragen“. Auch das Nationale Olympische Komitee, dem Großherzog Jean zwischen 1946 und 2000 angehöre, verneigt sich vor ihm und spricht der großherzoglichen Familie sein tief empfundenes Beileid aus.