LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Die Braderie 2020 in der Hauptstadt wird von Corona-Maßnahmen geprägt werden

Einerseits Tradition, andererseits alles ganz anders. Die Stadt Luxemburg versucht bei der traditionellen „Braderie“ am 31. August in der Oberstadt und dem Bahnhofsviertel an den seit vielen Jahrzehnten bestehenden  Traditionen festzuhalten und gleichzeitig die Vorgaben der Corona-Abwehr zu erfüllen.
Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer sprach gestern bei der Vorstellung des Konzepts von einer „speziellen Braderie in einem speziellen Jahr“.  Dabei kommt im Bahnhofsviertel noch die Trambahnbaustelle als weiterer Problemfall zum Corona-Dilemma hinzu. Sie hoffe, so Polfer, dass „wir im nächsten Jahr eine andere Situation haben werden“. Dazu ist anzumerken, dass sich die Bürgermeisterin dabei aber nur in Sachen Trambahnbau sicher sein kann.
Braderie und Corona-Abwehr unter einen Hut bringen
Das Ziel sei, bei allem Wohlwollen der Braderie gegenüber – der Handel müsse eine Gelegenheit erhalten, seine vollen Lager loszuschlagen -, die Ballung von zu viel Menschen an einem Platz zu verhindern. Eines der Mittel dazu ist die Beschränkung auf städtische Kaufleute, auswärtige Marktbeschicker und fliegende Händler, die sonst eine Ergänzung der Braderie waren, sind in diesem Jahr nicht zugelassen. Ein weiterer Wermutstropfen ist der Ausschluss von Vereinen, karitativen Organisationen und Parteien, die sonst mit ihren Ständen das gesellschaftliche Miteinander gefördert haben – aber die „Coupe“ steht in diesem Jahr sowieso auf der Streichliste. Alkohol im Freien beziehungsweise Alkoholkonsum im Stehen sind entsprechend den Corona-Regeln während der Bradereie verboten.
Die gut gegrillten Thüringer gehören auch zu den traditionellen Braderie-Attraktionen – sie wird es nicht in den engen Straßen geben, dort will man Menschenansammlungen vermeiden. Wer als Betrieb aus der Hauptstadt einen Grillstand während der Braderie betreiben will, kann dies nur auf dem Knuedler tun – nach vorheriger Anmeldung bei der Stadt. Unter Umständen kann so ein „Food Village“ auf dem Platz vor dem Rathaus entstehen. Im Bahnhofsviertel wird das Grillen in der rue Origer konzentriert.
Um den Geschäftsleuten in der oberen Avenue de la Liberté zu ermöglichen, wie bei der Braderie üblich, Waren vor dem Geschäft anzubieten, wird die Straße zwischen dem Pariser Platz und Bahnhofsvorplatz gesperrt werden, auch für Busse.
Da die Bürgersteige in der Avenue de la Gare breit genug sind, werden dort weiterhin Busse die Fahrbahn nutzen können – am 31. August können aber keine Anlieferungen erfolgen.

Vor allem: Maskenpflicht

Masken sind Pflicht, nicht nur wie üblich in den Geschäften, sondern auch auf der Straße, da bei einer halbwegs gut besuchten Braderie der Sicherheitsabstand von zwei Metern von Mensch zu Mensch nicht mehr eingehalten werden kann.  Bürgermeisterin Polfer und der erste Schöffe Serge Wilmes appellierten an die Vernunft und die Rücksichtnahme der Bürger aufeinander. Man wolle die Tradition der Braderie auch in schwierigen Zeiten aufrechterhalten und hofft auf die Vernunft der Bürger.
Für Wilmes steht fest, dass sich die Stadt buchstabengetreu an die Corona-Vorgaben der Regierung halten wird. Die Maskenpflicht wird von der Polizei überprüft werden.

Schon am Wochenende verkaufsoffen

Die Vertreterin des hauptstädtischen Geschäftsverbandes UCVL informiert darüber, dass die Geschäfte bereits am Wochenende vor der Braderie Verkaufsregale  vor die Tür ihres Ladens stellen dürfen, um den Verkauf der Lagerware anzuregen. Die eigentliche Braderie findet dann am Montag 31. August von 9.00 bis 19.00 statt. Angemeldet haben sich bis jetzt 210 Betriebe aus der Hauptstadt. •