Gut dass wir (*) gestern auf der Braderie waren, denn wären wir nicht auf der Braderie gewesen, dann wären wir auch nicht am CSV-Stand vorbeigegangen und hätten dort keine Orange bekommen, und diese sind bekanntlich unheimlich arg lecker. Schade nur, dass das ganze Fruchtdings nach dem Schälen dann aber ziemlich hohl war.

Die gestrige Braderie war aber sowieso eine ganz besondere, hatte sich die hauptstädtische Rue Philippe II doch für einen Tag von einer Luxus- in eine Politmeile verwandelt. Am Dauerlächeln und Unentwegthändeschütteln waren nämlich nicht nur die orangenen Kandidaten und -innen, sondern auch die blauen, grünen, roten und alternativ-demokratischen, die ihrerseits aber statt der christlich-sozialen Zitrusfrüchte lieber anderes Zeugs oder (bei LSAP und adr) gar süffigen Bläschenwein an die Leute zu bringen versuchten. Und wer nicht bei Drei auf dem Baum war, der musste dann auch noch mit den diversen Spitzenkandidaten parlieren - über das gute Wetter und die rezenten Urlaubserlebnisse, nicht über Politik. Sogar der Premierchef und Immernochdauphin Frieden hatten sich unter die Leute gemischt, um einen auf volksnah zu machen. Die Braderie 2013 wird in die Annalen eingehen... (*) wir = ich