LUXEMBURGSTEVE KUGENER

Die Broilers feiern ihr zwanzigjähriges Jubiläum

Die Broilers gibt es mittlerweile seit über zwanzig Jahren. Angefangen hat alles, wie bei vielen anderen deutschen Acts, mit Punk Rock, oder besser gesagt mit dem aus der Skinhead-Szene stammenden „Oi!-Punk“.

Viele Menschen denken dabei an rechtspopulistische Musik, dies ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Die Broilers waren schon seit ihren Anfangsjahren immer sehr „links“ orientiert, was einem schnell klar wird, wenn man sich die Texte genauer anhört.

Heute handeln die Songs der Düsseldorfer Rocker weniger von politischen Meinungen, sondern erzählen meistens Geschichten, die jeder bereits erlebt hat, egal ob positiv oder negativ.

Das „Lëtzebuerger Journal“ hat sich mit dem charismatischen Frontmann der Broilers, Sammy Amara, unterhalten.

Ich hatte das Gefühl, dass heute jeder Eure Texte mitsingen kann. Ist das Euer Schlüssel zum Erfolg?

Sammy Amara Es trägt mit Sicherheit dazu bei. Wir machen Musik, die uns gefällt, sind aber froh, wenn der Hörer sich in unseren Texten wiederfindet. Jeder von uns hat schon einmal harte Zeiten durchgemacht, und ich denke es hilft einfach zu wissen, dass man nicht alleine da steht. Dies soll aber nicht bedeuten, dass wir nur über das Schlechte in der Welt singen. Wir feiern ja auch die guten Momente des Lebens.

Vor kurzem hat man Euch für das aktuelle Album „Noir“ eine Goldene Schallplatte verliehen. Wenn man Dir das vor zwanzig Jahren erzählt hätte, wie hättest Du reagiert?

Amara Ich war damals ein fünfzehnjähriger Bengel und hätte geglaubt, man wolle mich verarschen. Aber im Ernst: Ich hätte nicht einmal im Traum gewagt daran zu denken! Es ist ja mittlerweile bereits unser zweites Album mit Gold-Auszeichnung. Ich finde das immer noch total absurd, freue mich aber riesig.

Vom Punk-Rock zum Mainstream. Geht das überhaupt?

Amara Sobald wir merken, dass wir nur noch Scheiße machen, hören wir sofort auf. Aber ich denke wir sind uns bis heute treu geblieben, erreichen mit unserer Musik nur heutzutage mehr Leute. Uns ist es sehr wichtig, unseren Erfolg mit Würde zu genießen.

Die Aussage erinnert mich sehr an eine andere Düsseldorfer Band...

Amara Die Toten Hosen? Klar! Das sind gute Freunde von uns. Campino und Co. haben uns schon immer gute Ratschläge gegeben und mittlerweile sind wir auch beim gleichen Management. Sie haben uns vorgemacht, wie man als Punk Band durchaus erfolgreich sein kann und auch darf, ohne seine Wurzeln dabei zu verraten.

Das Wort „Broilers“ steht in Ost-Deutschland für „Brathähnchen“. Was ging Euch bei der Wahl dieses Bandnamens durch den Kopf?

Amara Bestimmt nicht ganz viel! Aber sieh es mal so: Obwohl die meisten Menschen zuerst einmal den Kopf schütteln, beurteilen sie uns später durch unsere Musik. Ich finde es einfach toll zu sehen, dass man es mit so einem absurden und bescheuerten Namen soweit bringen kann. Das ist wohl eine Düsseldorfer Tradition.


www.broilers.de