JUTTA LUX-HENNECKE / CLAUDE MEISCH

Bis zur“Rentrée“ 2017/18, so lautete zumindest noch vor der Sommerpause der Plan, soll es eine nationale Elternvertretung geben, die die Teilnahme der Eltern an der Schulentwicklung vereinfachen soll. Die Gesetzesvorlage, im Juli vom Regierungsrat angenommen, befindet sich derzeit allerdings in der Schwebe, weil der Text Änderungen am Gesetz über die „Maison de l’Orientation“ vorsieht. Diese Gesetzesvorlage hat die parlamentarische Hürde allerdings noch nicht genommen.

Jutta Lux-Hennecke | Präsidentin der FAPEL

Die FAPEL bedauert zunächst, als anerkannter und konstruktiv mitarbeitender Dachverband nicht einmal zu Beratungen hinzugezogen worden zu sein, und das obwohl der Minister die Einbindung der Eltern immer wieder betont. Für eine nationale Elternvertretung muss jedenfalls keine neue Struktur geschaffen werden. Die Elternvertreter und ihr Präsident werden von Eltern demokratisch gewählt. Wir arbeiten darüber hinaus transparent, legen Rechenschaft über unsere Aktivitäten und Buchführung ab. Wir sind in unserer Arbeit de facto anerkannt, nur steht das in keinem Gesetz. Deshalb würden wir gerne weiter funktionieren wie bisher und unsere Unabhängigkeit behalten. Geht es aber nach dem Gesetzesentwurf, dürfen die Eltern nicht mehr selbst über die Funktionsweise der künftigen Vertretung entscheiden, sondern würden nach den Vorgaben des Ministeriums arbeiten. Außerdem würden uns von der FAPEL abgedeckte Bereiche entzogen werden.

Claude Meisch | Bildungsminister

Mit der Grundschulreform wurden lokale Elternvertretungen eingeführt, die etwa im Bereich der Schulentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Um dies zu ermöglichen wurde eine gesetzliche Basis geschaffen. Heute gibt es deshalb vielerorts lokale Elternvereinigungen neben den gesetzlich verankerten Vertretungen. Ähnlich gelagert ist die Situation auf nationaler Ebene. Es fehlt heute eine nationale Repräsentation der lokalen Elternvertretungen, die auch mandatiert ist, in ihrem Namen zu sprechen. Solch einen starken Partner braucht das Bildungsministerium aber, um den Eltern auf nationalem Plan eine Stimme zu verleihen. Die nationale Elternvertretung soll systematisch Gutachten abgeben können zu Reformprojekten. Sie soll die lokalen Elternvertretungen in ihren Anstrengungen unterstützen und beratend zur Seite stehen. Dazu erhalten die Vertreter auch eine Freistellung von ihrer Berufstätigkeit während sechs Tagen im Jahr. Um diese Missionen erfüllen zu können, braucht die nationale Elternvertretung aber eine gesetzliche Basis und kann nicht als asbl funktionieren.