Meisterregisseur Steven Spielberg überraschte das Kinopublikum 1993 mit der Neugeburt der Dinosaurier in „Jurassic Park“ und lehrte sogar das Fürchten neu. Er drehte 1997 eine Fortsetzung „The Lost World: Jurassic Park“ und produzierte 2001 noch den dritten Teil „Jurassic Park III“ von Joe Johnston. Vor zwei Jahren kam eine 3D-Fassung vom ersten Dino-Film in die Kinos.
Nun war Spielberg nur noch als ausführender Produzent für einen vierten Teil tätig, „Jurassic World“ von Colin Trevorrow.
Größer und gefährlicher
Die Erben von John Hammond - er (Richard Attenborough spielte diese Rolle), ein Multimilliardär, erschuf mit Hilfe moderner Gentechnologie die ersten Neuzeit-Dinos und eröffnete den „Jurassic Park“ - haben mit ihrem Themenpark „Jurassic World“ auf der Insel Isla Nubar einen enormen Erfolg. Über 20.000 Besucher tummeln sich täglich auf der Insel und beobachten die Dinosaurier. Der Besitzer Masrani (Irrfan Khan) besucht mit der Leiterin des Parks, Claire (Bryce Dallas Howard), die kommende Attraktion, eine bis zu 15 Meter groß werdende Gen-Kreation, den Indominus Rex, die das leicht rückgängige Geschäft wieder ankurbeln soll.
In der Zwischenzeit sind Claires Neffen Gray (Ty Simpkins) und Zach (Nick Robinson) eingetroffen, um mit der Tante ein paar nette Tage inmitten der Dinos zu verbringen. Nur hat Claire keine Zeit und lässt die beiden in der Obhut ihrer Mitarbeiterin Zara (Katie McGrath). Da es ein mögliches Sicherheitsproblem mit dem Indominus gibt, wird Owen (Chris Pratt) gebeten, sein Urteil abzugeben. Ihm ist es gelungen, vier Velociraptore zu zähmen. Wie es den Anschein hat, ist der Indominus abgehauen. Doch das Biest ist äußerst intelligent und hat seine Erschaffer und Bewacher hereingelegt, indem es sich lediglich getarnt hat. Durch die entstandene Aufregung kann der Dino seinem Gehege entkommen und beißt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Zu allem Unglück treiben sich Gray und Zach in einer Dino-Attraktion herum.
Klassisches Schema
Regisseur Colin Trevorrow folgt dem klassischen Action-Film-Schema. Nachdem die beteiligten Figuren, zu denen noch Hoskins (Vincent D’Onofrio) gehört, der die Dinos als Kampfmaschinen im Krieg einsetzen will, vorgestellt wurden, kann es mit der eigentlichen Geschichte losgehen, wobei die Frage bis zum Schluss offen bleibt, wer das Monster erledigen wird und wie.
Die Tricktechnik beeindruckt schon, was aber im heutigen Zeitalter von computeranimierten Filmen nicht sonderlich wundert, selbst wie hier im 3D-Verfahren.
Wirkliche Überraschungsmomente gibt es nicht, und der Film bleibt eher brav in der Schiene des konventionellen Action-Films, bis auf den Schluss, der an den Haaren herbei gezogen ist, so als hätte man keine originelleren Ideen mehr gehabt. Die Schauspieler und Schauspielerinnen spielen ebenfalls brav ihre Figuren, ohne sich groß anzustrengen. Somit ist „Jurassic World“ ein Film, den man nicht wirklich gebraucht hätte. Doch wie es nach dem letzten Bild den Anschein hat, werden wir die Dinos sobald nicht wieder los.




