LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Mobilitätseinschränkungen wegen Tram-Baustelle Thema beim „City Breakfast“ der Hauptstadtführung

Man mag soviel kommunizieren und ausschildern wie man will: Es gibt immer noch Zeitgenossen, die über Änderungen im Straßenverkehr nicht auf dem Laufenden sind. Das Resultat: Chaos. So geschehen etwa am vergangenen Montag im Bahnhofsviertel, wo wegen der Tram-Baustelle in der Avenue de la Liberté - zwischen Pariser Platz und Bahnhofsplatz - ein Großteil des Verkehrs Richtung Oberstadt in die Avenue de la Gare umgeleitet wird.

Wobei etwa die Avenue de la Gare bis zur Rue Jean Origer für den normalen Autoverkehr komplett gesperrt wird. Auch wurde eine bi-direktioneller Radweg zwischen Bahnhofsplatz und Rue Fort Bourbon ausgewiesen. Für Anwohner und Zulieferer wird es schwieriger, Stellplätze in dem Areal zu finden. „Wir arbeiten an besseren Lösungen, aber wir sind dort in einer Bauphase“, bedauerte Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer die derzeitige Lage gestern Morgen beim „City Breakfast“, den sie gemeinsam mit den Schöffen Serge Wilmes (CSV) und Patrick Goldschmidt (DP) abhielt, „wir hoffen, dass wir Ende 2020, wenn die Tram bis zum Bahnhof fährt, eine Situation haben, die vieles verbessert“. Ende des Jahres soll es schon mal einen Lichtblick für Radfahrer und Busfahrer geben, wenn die Verbreiterung des „Viaduc“ voraussichtlich abgeschlossen sein wird. A propos „Al Bréck“ und Boulevard Roosevelt: Auf die Verkehrssituation dort wird auch die Neugestaltung des Place de la Concorde („Gëlle Fra“) eine Auswirkung haben. Momentan beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe damit, wie hier ein angenehmerer Treffpunkt geschaffen werden kann.

„Stroossemaart“ am Samstag auch im Bahnhofsviertel

Schon jetzt aber sei klar, dass künftig keine Reisebusse mehr hier parken könnten, meinte Lydie Polfer. Doch zurück zum Bahnhofsviertel: Trotz Tram-Baustelle - wegen der Geschäftsleute sich zwecks Kompensierung für Umsatzausfälle an die Tram-Gesellschaft wenden können, wie gestern erneut betont wurde - findet am Samstag wie in der Oberstadt auch dort zwischen 8.00 und 19.00 der traditionelle „Stroossemaart“ statt.

Bei der Gelegenheit werden allerdings eine Reihe von Straßen in der Oberstadt und im Bahnhofsviertel gesperrt sein. Dafür gibt es den öffentlichen Transport kostenlos, während der Zugang zu einer Reihe von Parkhäusern (Place de l’Europe, Glacis, Fort Wedell, Schuman, Stadion, P&R Howald und P&R Bouillon) gratis benutzt werden können.

Den Handel genauer unter die Lupe nehmen

Für Handelsschöffe Serge Wilmes ist der Straßenmarkt besonders wichtig fürs Bahnhofsviertel, wo wegen der Baustellen Ausfälle drohen. Man stehe im ständigen Kontakt mit den Geschäftsleuten in
dem Areal, sagt Wilmes, der auch hervorhob, dass die Stadt Werbeaktionen unterstützen werde. So kann er sich etwa vorstellen, dass wie im letzten Jahr in der Villa Louvigny auch ein „Apéro urbain“ auf und rund um den Pariser Platz veranstaltet werden könnte. Die Hauptstadt ist übrigens dabei, den Handel noch besser zu erfassen.

Nicht nur werden derzeit die Fußgängerbewegungen analysiert, das Umfrageinstitut Quest hat auch den Auftrag bis September rund 1.000 Interviews mit Touristen, Grenzgängern und Ansässigen von außerhalb sowie Anwohnern über ihr Konsumverhalten und ihre Erwartungen an den Handel zu befragen.

Auch sollen rund 30 Geschäftsleute dazu befragt werden, was sie für ihre Kunden tun und wo sie noch Unterstützung bräuchten. Aus den Ergebnissen ließen sich sicher eine ganze Reihe von „best practices“ ableiten, ist sich Wilmes sicher.