Wer die fabelhafte Ausstellung „Wheelcome on Board“, die noch bis morgen Abend läuft, noch nicht besucht hat, sollte dies noch unbedingt tun. Hierbei handelt es sich um eine einzigartige Zurschaustellung von Skateboards, welche die 50-jährige Existenz dieser Freizeitaktivität thematisiert, von den Anfängen Mitte der sechziger Jahre in Kalifornien, über den Boom in den Neunzigern mit Legenden wie Tony Hawk, Sal Barbier oder Mike Vallely bis hin zur Gegenwart. Verantwortlich für diese hochinteressante Ausstellung sind die beiden Freunde Loïc Villa und Samuel Levy, wobei nur der erstgenannte tatsächlich auch ein aktiver Skater ist. Freundliche Unterstützung bekamen die beiden vom bekannten Olliewood-Skateshop aus Luxemburg-Stadt, der zahlreiche Fotos mit luxemburgischem Zusammenhang zur Verfügung gestellt hat. „Ein Ziel der Ausstellung ist es, die Entwicklung des Skateboardings anhand der Bretter zu zeigen“, erklärt der Franzose Villa bei einer Privatführung, „im Laufe der Jahre hat sich die auf der Unterseite angebrachte Kunst verändert, ebenso die Form der Bretter.“ Die chronologische Ausstellung fängt dementsprechend auch mit einem Surfbrett an, da die kalifornischen Surfer das Skateboarding erfanden, um auch an Tagen ohne Wellen lässig Kurven fahren zu können. Dann allerdings auf dem Asphalt. Bei „Wheelcome on Board“ sind sorgfältig aufbewahrte Skateboards aus der Gründerzeit zu bestaunen, von ersten spezialisierten Herstellern wie Makaha, Cobra oder Santa Cruz. Seit seinem elften Lebensjahr ist Villa auf Skateboards unterwegs, im Laufe seiner Jugend hat der heute 35-jährige dann damit angefangen, sämtliche Skateboard-Bretter aufzubewahren. In der Ausstellung sind demnach über 80 Bretter aus seinem Privatbesitz zu sehen, einige, wie es sich in der Szene gehört, in der Mitte zerbrochen. „Man muss sich als Skater ein neues Brett beschaffen, sobald das Holz des gegenwärtigen Modells sich weich anfühlt oder man es kaputt fährt.“
Vision, Powell Peralta und…Fluffer
Zu sehen sind Bretter von legendären Marken wie Planet Earth, Powell Peralta oder noch Vision. Und sogar ein Brett der kurzlebigen Luxemburger Skateboard-Marke Fluffer, mit Jeff Strasser-Aufkleber, hängt an der Wand „Das ist ein luxemburgischer Radfahrer, oder?“ sagt Villa zu diesem Ausstellungsstück mit nationalem Charakter.
Anschließend werden Action-Fotos aus dem In- und Ausland gezeigt, wobei manche Urgesteine der Luxemburger Skate-Szene wiedererkennen zu sind, von Roby Berg, über Giordano und Bob Reding bis hin zu der englisch-dänischen Clique um Nigel und Casper. Hier beschäftigt sich die Ausstellung mit der Geschichte des Skateboardings in Luxemburg, ebenfalls zu sehen sind Zeitungsartikel aus den Spätsiebzigern über erste Skateboarding-„Vereine“ im Großherzogtum. Damals litten die Luxemburger Skater unter fehlenden Orten, an denen sie ihr Hobby ausüben konnten, ein Zustand, der erst in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert wurde. Neben ausgezeichneten Skateparks in Hollerich, Belval oder Dudelange stehen heutzutage in den meisten Gemeinden im Land kleinere „Ramps“ und „Slide Rails“ auf öffentlich zugänglichen Plätzen zur Verfügung. Wo genau sich diese befinden, wird auf einer Riesenkarte angezeigt.
Verrückte Entwürfe von Künstlern
Im dritten Teil der Ausstellung haben sich über 40 Künstler aus Luxemburg und der Großregion dem Thema Skateboard angenommen. Entstanden sind irrwitzige und bildhübsche Bretter von unter anderem Christophe Peiffer, Giamba, Stick, Sader, Ziggy, Frank Miltgen oder noch Michael Santcobin. Besonders dieser Teil der Ausstellung ist absolut empfehlenswert, und das nicht nur für Skater.
Die Ausstellung „Wheelcome on Board“ im Exit 07 ist noch heute und morgen zu besichtigen. Heute von 12.30 bis 17.30, morgen dann von 18.30 bis ein Uhr morgens, mit DJ-Set, Skatevorführungen auf einer Ramp und Tombola, bei der ein besonderes Skateboard zu gewinnen sein wird




