CASSIE ADÉLAÏDE

Bevor im Februar diesen Jahres die Passerell a.s.b.l. gegründet wurde, haben Cassie Adélaïde und ihre Freundin Catherine Warin als Freiwillige in Flüchtlingseinrichtungen geholfen. Heute engagieren sie sich zusammen mit anderen dafür, dass Asylbewerber mit der Gesellschaft in Kontakt kommen. Die beiden leisten so auch einen Beitrag zu ihrer Integration.

„In unserem Engagement zugunsten von Flüchtlingen haben wir festgestellt, dass ein Großteil der Menschen in den Foyers isoliert lebt beziehungsweise immer mit den gleichen Menschen in Kontakt kommt. Wir haben deshalb überlegt, welche Initiativen man ergreifen kann, um die Sozialisierung von Asylbewerbern und den Austausch mit der Gesellschaft zu verbessern. Das Hauptziel unserer Vereinigung besteht darin, dass wir die Gesellschaft auf die Geschichte und die Probleme von Asylbewerbern aufmerksam machen wollen, dadurch, dass wir Bürger mit Flüchtlingen zusammenbringen und so einen Dialog herstellen. Inzwischen können wir bereits auf ein Netzwerk von 60 Asylbewerbern und 40 Freiwilligen zählen. Eins unserer Hauptprojekte ist das „Tandem“-Projekt. Ein Tandem besteht aus einem Asylbewerber und einem Freiwilligen, das sich regelmäßig zu Gesprächen trifft. Ziel dieser Gespräche soll es sein, die Integration voranzutreiben, zum Beispiel Hilfe bei administrativen Prozeduren zu erhalten oder die erworbenen Sprachkenntnisse durch den persönlichen Austausch anzuwenden und so zu festigen. Wobei diese Gespräche nicht als Ersatz für richtige Sprachkurse gedacht sind.

Darüber hinaus veranstalten wir monatliche Gruppenaktivitäten wie Kochateliers oder besuchen die Stadt Luxemburg. Man muss bedenken, dass Asylbewerber Angst empfinden, während der langen Wartezeit bis zum Ende des Asylverfahrens. Zudem müssen sie eine erzwungene Untätigkeit ertragen, da es, obwohl sie die gesetzliche Möglichkeit haben, eine Beschäftigungserlaubnis (AOT) zu bekommen, beinah unmöglich ist, diese AOT zu erhalten. Durch unsere Aktivitäten bieten wir ihnen an, den schwierigen Alltag momentan zu vergessen und auch aus ihrer Einsamkeit herauszukommen.

Wir haben bisher die Erfahrung gemacht, dass Asylbewerber sehr positiv auf den Austausch mit Bürgern des Landes reagieren. Auch interessant ist, dass einige Freiwillige, auch wenn sie sich für die Flüchtlingsproblematik interessieren, sehr stark von dem ersten Treffen mit einem Asylbewerber beeindruckt waren, einfach weil man sich als Menschen trotz der unterschiedlichen Situation ähnlicher ist, als das in der Wahrnehmung erscheinen mag. Nun, da wir vom ‚Mateneen‘-Projekt der ‚Oeuvre Grande Duchesse‘ unterstützt werden, wollen wir auch weiterhin diesen sozialen Kontakt herstellen, von dem letztendlich beide Seiten profitieren.“

Am 5. Dezember lädt Passerell zu einem Filmabend in die Abtei Neumünster. Bei dieser Gelegenheit können sich Besucher auch mit Flüchtlingen aus Afghanistan unterhalten. Anmeldung unter tinyurl.com/passerell. Mehr Informationen unter www.passerell.lu. Wer sich für die Aktivitäten der Vereinigung interessiert, kann sich dienstags und freitags zwischen 10.30 und 19.00 in ihrem Büro (1 Dernier Sol, Bonneweg, 2. Stock) informieren.