PASCAL STEINWACHS

So ein Leben als Außenminister muss doll aufregend sein: Immer nur die dicksten Dienstlimousinen, die bequemsten Flugzeugsessel, die hübschesten Schreib- und sonstigen -assistentendinger, die exklusivsten Reisedestinationen, die teuersten Hotels... - dazu arg viele Bonusmeilen und lecker Essen zu jeder Tagundnachtzeit.

Dass das Außenministerdasein aber auch sehr viel profaner sein kann, das musste dieser Tage ausgerechnet Vizepremier Asselborn erfahren, der den vorgestrigen Montag zu einem Großteil im „Atert-Lycée“ in Redingen verbringen musste, wo er die Schüler über die Rolle unseres neu errungenen Sitzes beim UN-Sicherheitsrates aufzuklären versuchte. Danach musste der Ministermensch dann aber direkt wieder zur Dienstlimousine und zum Flieger eilen, hielt Asselborn doch gestern in New York seine Jungfernrede als nicht-ständiger Sitz: „Thank you very“. Im Internet-„Spiegel“ wurde sich derweil im Zusammenhang mit dem „überfliegenden Holländer“ Dijsselbloem gewundert, dass „blasse Politiker aus kleinen Ländern erfahrungsgemäß die besten Chancen haben, zu erfolgreichen Brückenbauern zu werden“. Da trifft es sich gut, dass Jean Asselborn schon von Natur aus eine gesunde Gesichtsfarbe hat...