LUXEMBURG-BAN DE GASPERICH
PATRICK WELTER

Fußgänger- und Fahrradbrücke zwischen der Cloche d’Or und Howald eingeweiht

Das P&R nicht immer „Park and Ride“ heißt, sondern auch mal „Park and Walk“ heißen kann, ist im letzten Winter im Ban de Gasperich ganz plötzlich deutlich geworden.

Spontane Entwicklung

Zahlreiche Angestellte im rasch wachsenden Stadtviertel Cloche d’Or/Ban de Gasperich hatten schnell entdeckt, dass der neben dem Zollamt gelegene große P&R-Platz Howald ein idealer Ort ist, um ihr Auto abzustellen. Da es von dort nur wenige hundert Meter bis zu den ersten Bürohäusern sind, warteten die wenigsten auf den Bus und liefen los. Eine Entwicklung, mit der die Verkehrsplaner überhaupt nicht oder wenn doch deutlich später gerechnet hatten. Was bedeutete: Kein Fußweg, kein Fußgängerüberweg, keine fußgängergerechte Straßenbeleuchtung und eine permanente Gefahr für die Fußgänger, die sich am Rande des Boulevard Raiffeisen (CR 231) an den Autos vorbeidrückten.

In den letzten Monaten hat sich dann aber gezeigt, dass kommunale und staatliche Verwaltungen auch vergleichsweise schnell handeln können.  Mitte Januar wurde mit dem Bau einer verbesserten Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich begonnen. Fuß- und Radwege wurden verbreitert oder angelegt, Trennmauern zu den Fahrspuren der Autos gebaut. Aber vor allem wurde eine provisorische Brücke über die Zufahrt zur A3 in südlicher Richtung errichtet. Dabei handelt es sich um eine Metallfachwerkbrücke, die dem Typ einer militärischen Hilfsbrücke entspricht. Die Brücke hat eine Länge von 36,5 Metern und eine Breite von 3,15 Metern. Damit verbunden waren natürlich auch entsprechende Widerlager und Zufahrten.

Die Gesamtkosten für die sichere Fußgängerverbindung zwischen dem P&R Howald und der Cloche d‘ Or belaufen sich auf eine Million Euro netto. Davon entfielen 250.000 auf die eigentliche Brücke.
Gestern wurde die neue Brücke durch Transport- und Bauminister François Bausch, den Verkehrsschöffen der Hauptstadt, Patrick Goldschmidt, und den Bürgermeister von Hesperingen, Marc Lies, offiziell eingeweiht. Die Grenzen zwischen den beiden Kommunen sind im Ban de Gasperich quasi fließend, der neue Fußgänger- und Radweg quert die unsichtbare Gemeindegrenze.

Bausch: Neue Radwegprojekte werden im Herbst vorgestellt

Für Minister Bausch zeigen die neu angelegten Wege und vor allem die Brücke, dass ein Projekt der öffentlichen Hand auch „mal schnell gehen kann“. Es sei zwar im Rahmen des Gesamtprojektes  an andere Stelle eine Fußgängerbrücke zwischen dem Ban de Gasperich und Howald vorgesehen gewesen, aber die Realität mit der spontanen Verbindung zwischen dem P&R und Stadtviertel sei schneller gewesen. Formal handele es sich hier zwar um einen städtischen Radweg, aber angesichts der Situation habe die Straßenbauverwaltung Planung und Bau übernommen.

Bausch stellte fest, dass das Fahrrad in den Corona-geprägten Zeiten boomt, für den Herbst kündigte er die Vorstellung weiterer großer Radwegeprojekte an.

Hauptstadtschöffe Patrick Goldschmidt sprach ebenfalls von einer guten und schnellen Lösung. Die Stadt Luxemburg sei gewillt, mehr für Radfahrer und Fußgänger zu tun, das brauche aber seine Zeit.
Marc Lies sprach von Überlegungen der Gemeinde Hesperingen, das Radwegenetz bis zum Industriegebiet Contern auszuweiten, was dann eine Fahrradverbindung via Fentingen und Kockelscheuer bis zur Cloche d’Or ermöglichen würde.