LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Drei Jahre Gefängnis: Gericht erkennt auf versuchten Totschlag

Am gestrigen Donnerstag verurteilte die Kriminalkammer des Bezirksgerichts Luxemburg einen 33-jährigen Freier wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit besonders gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Das Gericht beschlagnahmte 1,2 Gramm Kokain. Außerdem muss der Mann die Kosten des Verfahrens, 4.700 Euro, tragen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zehn Jahren gefordert, da der Angeklagte äußerst brutal vorgegangen sei, hieß es in der Begründung.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 33-Jährige im Jahre 2016
zwei Prostituierte zum Teil schwer verletzt hatte.

Am 18. Dezember 2016 gegen 7.00 wurde die Polizei in die Straßburger Straße im hauptstädtischen Bahnhofsviertel gerufen. In der Nähe der Nice Bar lag eine Frau blutüberströmt auf dem Boden. Ob die Frau auf der Straße angegriffen wurde, war nicht klar.

Inklusive Biss in die Hand

Die Prostituierte hatte behauptet, die eigentliche Tat habe sich in einem Zimmer im zweiten Stock in der Nice Bar ereignet. Hier soll die Prostituierte ihre Dienste angeboten haben. Sie beschuldigte den Angeklagten, sie in ihrem Zimmer gewürgt und brutal mit einem kaputten Glas mehrmals in den Arm gestochen zu haben. Anschließend soll er der Prostituierten 1.500 Euro geklaut haben.

Im Prozessverlauf hatte der Angeklagte die Tat bestritten, gab allerdings zu Protokoll, die Frau mehrmals ins Gesicht geschlagen zu haben. Die Kammer war nach der Hauptverhandlung aber von seiner Schuld überzeugt.

Die zweite Prostituierte verlor zwei Schneidezähne bei der Auseinandersetzung mit dem Angeklagten. Der Fall soll sich bereits im Oktober 2016 an gleicher Stelle zugetragen haben. Über diesen Streit ist aber weiter nichts bekannt, nur, dass der Angeklagte auch hier gewalttätig wurde und wegen des Geldes ausrastete. Bei der Polizei hatte die Frau zu Protokoll gegeben, vom Freier im Schlaf bestohlen worden zu sein. Der gab zu Protokoll, dass sie ihn so kraftvoll in den Finger gebissen habe, dass die zwei Schneidezähne abbrachen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gegen das Urteil kann der Angeklagte durch seinen Verteidiger fristgerecht binnen vierzig Tage nach Verkündung Berufung einlegen.