KAUNDORF
INGO ZWANK

Alles im Ehrenamt: Minister Lex Delles besucht Ausgrabungen auf der Përmesknupp

Anne und Théid, beide 11 Jahre, sitzen zusammen mit ihren Freunden, ausgerüstet mit kleiner Schaufel und Besen, auf dem Boden in der Nähe der Kapelle St. Pirmin auf der Përmesknupp - und sie sind dabei, zu graben und putzen. Und das freiwillig, denn sie interessieren sich für die Ausgrabungen, die hier vonstatten gehen. Scherben, Nägel, Glas, Ziegel oder Schrauben haben sie schon ausgebuddelt, was dann alles in einem kleinen Plastikbeutel verschwindet.

Bei archäologischen Ausgrabungen im Sommer 2018 waren die Trockenmauern des alten Përmesgutes, das im Oktober 1936 bis auf die Grundmauern abbrannte, freigelegt worden. So hatten am Europa-Feiertag sowie am darauffolgenden Freitag und Samstag der Naturpark Öewersauer, die Naturverwaltung und die „Amis de St. Pirmin Kaundorf“ zu einem spannenden Workshop auf die wunderschöne Përmesknupp eingeladen, denn leider waren diese Mauern zum Teil eingestürzt. So wurde es höchste Zeit, die Pflastersteine, die an den Ställen vorbeiführen, mit dem Aufbau der Trockenmauer in der Mistgrube abzusichern. „Die zwölf Personen, die am Workshop teilnahmen, waren wegen Dauer- oder Starkregen an zwei von drei Tagen, nicht zu beneiden“, berichtet Marianne Thilmany vom Freundeskreis. „Doch alle Mühe hat sich gelohnt und am Ende des Workshops war die Trocken- oder besser gesagt Feuchtmauer wieder erstanden“, sagt Thilmany. Sichtbar gekennzeichnet ist der Wiederaufbau durch die Verwendung von lokalem gelbem Lehm, sodass die Vorgaben des „Service National des Sites et Monuments“ und des „Centre national de la recherche archéologique“, unter Aufsicht des Archäologen André Kirsch, voll und ganz erfüllt wurden.

Es gibt noch viel zu entdecken

„Und es handelte sich hierbei um ein großes Gut“, sagte Kirsch, 50 bis 60 Kühe sollen hier gestanden haben. Aktuell laufen weitere archäologischen Ausgrabungen am Përmeshaff unter Mithilfe des Kulturministeriums und der Verwaltung des CNRA - und eben Anne und Théid, die am gestrigen Besuch hohen Besuch erwarteten. Tourismusminister Lex Delles (DP) hatte sich angekündigt, um sich Luxemburger Geschichte vor Ort anzusehen. Hier habe man ein gutes Beispiel, wie man auch Kultur und Tourismus zusammenführen kann, sagte Delles. Denn die heutige Kapelle geht zurück auf das Jahr 1653. Am Eingang befindet sich ein geräumiger Vorbau. Die Öffnungen links und rechts sollen den Pilgern als Ablage für ihre Opfergaben gedient haben. Das Datum 1772, das sich auf dem Schloss des Eingangstors befindet, bezieht sich auf Renovierungsarbeiten.

Im 8. Jahrhundert soll Bischof Pirmin die Quelle unterhalb der Kapelle gesegnet haben, die am Fuß des Berges entspringt. Das Wasser der Quelle wurde bis anfangs des 20. Jahrhunderts zur Heilung von Kinderkrankheiten eingesetzt. Vorstellen könnte man sich später, dass der Bereich somit sowohl für den schulischen Unterricht und auch touristisch genutzt werden kann, wie Alain Weiler erklärt. Belohnt werden Anne und Théid und ihre Freunde für ihre ehrenamtliche Arbeit übrigens mit Kaffee und Kuchen, denn wer tüchtig arbeitet, muss auch tüchtig speisen.

Übrigens jeder,
der gerne einmal eine Hand mit an der Ausgrabungsstätte anpacken möchte,
ist herzlich willkommen - Infos gibt es bei den „Amis de St. Pirmin Kaundorf“ unter 691190149