BONNEWEG
SIMONE MOLITOR

„Theater Federatioun“ feiert 20. Geburtstag - Christian Kmiotek übergibt an Carole Lorang

So viel Trubel herrschte schon lange nicht mehr in der „Bannanefabrik“ in Bonneweg. Großes Kino könnte man fast sagen, wenn nicht großes Theater viel treffender wäre. 19 Mitglieder hat die „Theater Federatioun“, und wenn sie ihren 20. Geburtstag feiert, ist es selbstverständlich Pflicht, gebührend mitzufeiern. Auch Staats- und Kulturminister Xavier Bettel war der Einladung gefolgt, genau wie rund 100 andere Gäste aus dem Kulturbereich. Praktisch die ganze Theaterszene Luxemburgs - Schauspieler, Regisseure, Intendanten, Tänzer, Bühnenbildner und so weiter - hatte sich eingefunden, um auf die vergangenen 20 Jahre zurückzublicken und auf die nächsten anzustoßen.

Gegründet wurde der Verband der luxemburgischen Theater, dem auch professionelle Gruppen und verschiedene Kulturhäuser angehören, 1996 mit dem Ziel, die Interessen der Mitglieder zu vertreten und sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Philippe Noesen war der erste Präsident. Auf ihn folgten nacheinander Jemp Schuster, Serge Tonnar und schließlich Christian Kmiotek. Alle vier - natürlich waren sie gestern ebenfalls mit von der Partie - haben auf ihre Art, mit ihren eigenen Ideen und Visionen zur Entwicklung der „Theater Federatioun“ beigetragen.

Zusammenarbeit statt Konkurrenzdenken

Viel Wert legt der Theaterverband seit jeher auf die Förderung des Miteinanders. Trotz einer gewissen Konkurrenz, die selbstverständlich ist, wird nämlich auch die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedshäusern groß geschrieben. Die „Theater Federatioun“ versucht deshalb seit jeher den Dialog untereinander anzuregen. Zudem organisiert sie gemeinschaftliche Aktivitäten, wie etwa das alljährliche Theaterfest am Ende des Sommers. Als Interessenverband stellt der Verband für seine Mitglieder außerdem eine Plattform dar, auf der gemeinsame Anliegen und Forderungen vorgebracht und diskutiert werden können.

Erstmals eine Präsidentin

Für die Überraschung des Abends sorgte der amtierende Präsident, also Christian Kmiotek. Er gibt das Zepter nämlich aus der Hand und reicht es an die künstlerische Leiterin der „Compagnie du Grand Boube“ weiter: Carole Lorang wird die erste Präsidentin des Theaterverbands. Ihr übergab Kmiotek „dee wibbelege Kuerf voll professioneller Bühnestrukturen“. In diesem Korb würde sie 19 Mitglieder in allen Größen und Modellen finden. „Op där enger Säit déi gutt dotéiert Gemengentheateren, op där ganz anerer Säit déi kleng mee professionell Truppen ouni Konventioun mam Kulturministère an ugewisen op punktuell Subsiden, dertëscht méi oder manner - déi meescht iwwregens manner - gutt finanzéiert konventionéiert Strukturen, déi eng op enger fester Plaz, déi aner ëmmer op der Sich no engem Lieu. Et gëtt der, déi sech spezialiséiert hunn op e Genre, op eng Sprooch, op ee Public. Et gëtt der, déi liewen nëmme fir den Danz, anerer bedénge méi Sparten, an et gëtt d’Kulturzentren an de Regiounen, déi eng Offer hunn, déi wäit iwwer den Theater erausgeet“, listete der scheidende Präsident auf, bevor er seiner Nachfolgerin die Bühne - im doppelten Sinn - überließ.