VÖLKLINGEN
CHRISTIAN SPIELMANN

Eröffnung der „UrbanArt Biennale 2015“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Nach „Urban Art - Graffiti 21“ (2011) und „UrbanArt Biennale“ (2013) zieht mit „UrbanArt Biennale 2015“ eine neue Ausstellung über eine aparte Kunstform des 21. Jahrhunderts, die sich aus dem Graffiti entwickelt hat, ins Weltkulturerbe Völklinger Hütte ein . 81 Künstler aus 21 Ländern stellen seit vergangener Woche 100 Kunstwerke in der Möllerhalle aus. Somit ist diese Biennale doppelt so groß wie die von 2013. Viele der Ausstellungsstücke stammen aus Galerien, andere wurden speziell für diese Ausstellung erschaffen. Der Presse gewährten der Generaldirektor des Weltkulturerbens, Professor Dr. Meinrad Maria Grewenig, und sein Team im Vorfeld der Ausstellung einen ersten Blick auf die Werke, dies in Anwesenheit der Urban-Art-Künstler Reso, alias Patrick Jungfleisch, der aus dem Saarland stammt, dem in Puerto Rico geborenen Sen2 Figueroa und den Franzosen Ludo und Philippe Baudeloque.

Dumbo und Bunnys

Irgendwie passen die Bilder in die Möllerhalle, wo einst die Rohstoffe der Eisenindustrie gelagert wurden. Das farbige „Un-Unprotect“ von Rime sticht von einer braunen Mauer ab. Cases Werk „In the Pillory“, - Fäuste auf einer Bretterwand - passt sich dagegen nahtlos dem Ambiente der stillgelegten Eisenhütte an. Zwei bekannte Zeichentrickfilmfiguren, Obelix und Dumbo, entdeckt man auf „Obey Lix“ und „Color Bath“ von Speedy Graphito. Raben und Totenköpfe auf „Frustration and Ideology“ sowie zähnefletschende Hunde auf „Terrorism“ von Eric Lacan haben etwas Beängstigendes.

Lustig wirkt „Marilyn New Hair Cut“ von Fouad Ceet, wo Marilyn Monroes Frisur aus farbigen Kücken besteht. In einem anderen Raum sieht sich „Mural“ von Shepard Fairey wie ein Werbeplakat für ein Konzert oder Kaffee an, hingegen die Werke des Berliner Vermibus Verfremdungen von Wer-bepostern sind.

Eine weitere Holzwand, „La femme au dernier étage“ von YZ, passt sich wiederum der einzigartigen Architektur der Hütte an. Dass Ostern nicht weit ist zeigt „Bunny House“ des Japaners Aiko. Hier scheint ein Arbeiter einen blauen Hasen mit vielen Blumen auf Spinde gemalt zu haben, die verlassen in einer Ecke stehen. Schließlich sieht „The Installation Failed“ des französischen Künstlers Rero aus, als wäre eine Mauer zusammengebrochen.

Kunst aus dem arabischen Raum

Direktor Grewenig zeigte sich besonders erfreut, etliche Werke aus dem arabischen Raum und Ägypten zeigen zu können. So würde „Uniting“ von Alaa Ahmed Awad Soliman in die noch bis zum 12. April verlängerte Ausstellung „Ägypten - Götter. Menschen. Pharaonen“ passen, vielleicht auch „The Return of the Egyptian Spirit … not yet realised!“ von Hanaa el Degham. „Hagigat“ des Iraners A1one soll auf eine Droge hinweisen und zeigt einen Jungen mit einem traurigen und enttäuschten Blick.

Der „UrbanArt Parcours“ wird am 14. Mai auf dem gesamten Gelände des Weltkulturerbes eröffnet. Hier sind dann noch Gemeinschaftsarbeiten arabischer Street-Art-Künstler wie Ganzeer, el Seed und Aya Tarek zu sehen. Swoon, Logan Hicks, Invader, Jef Aérosol, Thomas Canto, Cope2 oder L’Atlas sind weitere Künstler, deren Werke man in Völklingen sehen kann.

Urban Art umschließt viele Formen der Malerei. Mal zeigt der Künstler etwas Konkretes, mal etwas Abstraktes, entweder zur Freude des Betrachters oder vielleicht um seine grauen Zellen anzuregen. In Völklingen kann man die einzigartige Gegenwartskunst nun entdecken.


Die Ausstellung „UrbanArt Biennale 2015“ ist bis zum 1. November geöffnet. Alle weiteren Informationen findet man im Internet auf www.voelklinger-huette.org