LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Kunstmesse „Luxembourg Art Fair“ bietet 4.000 zeitgenössische Werke zum Verkauf

Sich für Kunst interessieren, dann das erste Kunstwerk kaufen und so irgendwann zum Sammler werden: Schritt für Schritt der ideale Werdegang des engagierten Kunstfans, der sich an Kunst erfreut und auf diese Weise auch noch Geld anlegen will. Das ist zumindest die Vision von Serge Beninca, Macher der Kunstmesse „Luxembourg Art Fair“, die bis Sonntag in den Hallen der Luxexpo gastiert.

Hier will man den Stein ins Rollen bringen und Kunstinteressierte zu Kunstkäufern machen. Wenn nicht in diesem Jahr, dann vielleicht in Zukunft. „Nicht alles passiert hier, Galerien knüpfen Kontakte, laden zu nächsten Messen ein, oder Kunden besuchen sie während ihres Urlaubs und kaufen vielleicht dort“, berichtet Beninca. „Unser Ziel ist es, ein Publikum zu schaffen.“ Daher sieht er auch keine Konkurrenz zur „Art Week Luxembourg“, die stets einige Wochen zuvor über die Bühne geht. Beide Messen profitierten von dem Publikum, das sie gemeinsam erschaffen würden.

Ziel sind mehr als 20.000 Besucher

Zur ersten Ausgabe der „Luxembourg Art Fair“ im Vorjahr kamen mehr als 14.000 Besucher, insgesamt wurden 750 Verkäufe getätigt. „Für eine Premiere sehr gut“, sagt Beninca, der hofft, in diesem Jahr mehr als 20.000 Besucher zum Kunstbummel in „The Box“ zu bewegen. Vertreten sind 80 Galerien aus aller Welt. Dass der Großteil der Besucher nur zum Schauen oder Bummeln kommt, wissen auf der Messe alle. Man schätzt die luxemburgische Kundschaft trotzdem: Kenner mit Kaufkraft, meint der Messe-Macher. Zudem hätten viele Galerien aus Südfrankreich oder Italien bereits luxemburgische Kunden, weil diese im Urlaub bei ihnen kaufen. Daher warb die erste Ausgabe der Messe die Galerien auch mit dem Slogan an: „Vous avez tous au moins un client au Luxembourg“.

Mit der Messe will man den Kunden also entgegenkommen. In der Folge kamen 60 Prozent der Galerien zur zweiten Ausgabe wieder, manche sogar auf doppelter Ausstellungsfläche. Dabei kostet der Quadratmeter Ausstellungsfläche hier 170 Euro. Die Galerien selbst müssen sich übrigens mit einem Dossier bewerben, was dann vom Auswahlkomitee der Kunstmesse ganz oder in Teilen an- oder abgelehnt wird.

Dabei ist man bemüht, eine große Auswahl anzubieten. Und tatsächlich ist das Angebot im wahrsten Sinne des Wortes bunt: Ein kleines blaues Ballon-Hündchen von Jeff Koons oder doch lieber eine Lithografie von Pablo Picasso? Noch eine knallbunte Pop-Art mit Audrey Hepburn und Donald Duck? Wer es weniger aufgeregt und klassischer liebt, kann sich bei den Ausstellern aber auch auf die Skulpturen konzentrieren.

Pop-Art, Street-Art, Fotos, klassische Lithografien, Skulpturen, Zeitloses, als feines Klein- oder doch eher als stolzes Großformat: Wer das entsprechende Kleingeld parat hat und gerne ein gewisses Sümmchen in zeitgenössische Kunst investieren will, hat die Qual der Wahl, die eigentlich nur von den Prägungen des persönlichen Geschmacks und der Begrenztheit des eigenen Geldbeutels eingeengt wird. Es gibt Werke ab einigen Hundert Euro, der Durchschnittspreis liege laut Beninca bei 3.000 bis 15.000 Euro. Insgesamt werden mehr als 4.000 Werke angeboten.


Die „Luxembourg Art Fair“ in
der Luxexpo, The Box Eingang Süd,
ist Freitag, von 16.00 bis 22.00, sowie
Samstag und Sonntag, jeweils von 11.00
bis 20.00 geöffnet. Eintritt 10 Euro. Weitere
Informationen unter www.luxartfair.com