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Gemeinde Ahn würdigt Alphonse Steinès

Der Initiator der ersten Passage der Tour de France in den Pyrenäen war ein Luxemburger - er wurde jetzt in seinem Geburtsort Ahn geehrt.

Dass die Tour de France auch durch die Pyrenäen führt, ist vor allem das Verdienst von Alphonse Steinès, einem Sportjournalisten aus dem Moseldorf Ahn, wo er 1873 unter dem Namen Johann Stenges geboren wurde.

1887 Auswanderung nach Paris

Alphonse Steinès, der 1887 nach Paris in Frankreich emigrierte, wurde ab 1894 mit der Zeitung „Le Vélo“ der erste luxemburgische Sportjournalist der Geschichte, er arbeitete dann von 1900 bis 1918 mit der Zeitung „L’Auto“ zusammen.

Als enger Mitarbeiter von Henri Desgrange, sowohl Schöpfer der „Tour de France“ als auch Direktor der Zeitung „L’Auto“, war Steinès für die Erstellung der Reiserouten der Tour verantwortlich. Die Idee, Fahrer dazu zu bringen, Pässe in den Pyrenäen zu überqueren, soll ihm bereits 1905 in den Sinn gekommen, wie es einige Quellen ausführen. Die Idee wurde dann am 21. Juli 1910 umgesetzt, als die zehnte Etappe der Tour die Fahrer von Luchon nach Bayonne über 326 Kilometer über die Pässe von Peyresourde, Aspin, Tourmalet und Aubisque führte. Kein anderer Berg ist seitdem so oft von der Tour de France befahren worden wie der Tourmalet. 78 Mal war der 2.115 Meter hohe Berg schon Teil der Strecke der Tour, wie der Fachpresse zu entnehmen ist.

Ehrung auf dem Tourmalet

Zur Würdigung an Steinès, der 1924 auch Mitbegründer des Internationalen Sportpresseverbandes und 1929 Gründungsmitglied des Luxemburger Sportjournalistenverbandes war, wurde 2018 durch den damaligen Sportminister Romain Schneider und der Präsident von sportspress.lu, Petz Lahure, eine Gedenktafel auf dem Gipfel des Tourmalet enthüllt.

Am Mittwochabend wurde nun in Ahn auch an Alphonse Steinès erinnert. Ihm zu Ehren erhielt eine Bushaltestelle in der Gemeinde eine Erinnerungsplakette (siehe Bild unten), die nun als Station „Alphonse Steinès“ angefahren wird.