Kaal Symmetrie“ hat jemand auf die kleine Leinwand geschrieben, „Hölle“, „Terror“, „Ideologie“, „Angscht“, „Ende“, „respektlos“, „Hass“, andere. In Worte zu fassen was ein Foto des Vernichtungslagers Auschwitz beim Betrachter auslöst, war ein Teil des pädagogischen Ateliers das gestern morgen im „Centre de documentation et de recherche sur l‘enrôlement forcé“(CDREF) am ehemaligen Hollericher Bahnhof stattfand. Am 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee beschäftigten sich elf Schüler einer 12ième der „Ecole de Commerce et de Gestion“ mit dem Holocaust, aber auch mit den Themen Freiheit und Menschenrechte. Rechte, die das Nazi-Regime seinen Opfern vollständig entzog. Kann sich das wiederholen? Wie steht es heute um die Freiheiten? Was ist überhaupt Freiheit und was kann man tun, um sie zu gewährleisten?
Fragen, die im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde mit CDREF-Direktor Steve Kayser, der Künstlerin Florence Hoffmann, „Journal“-Chefredakteur Claude Karger und Volker Strauß, Pastor der protestantischen Kirche in Luxemburg, standen. Zur Sprache kamen dabei nicht nur das mörderische Machtsystem der Nazis, das „Freiheit durch das Recht so einschränkte, dass es Unrecht wurde“, wie der Historiker Steve Kayser sagte.
Der Bogen wurde auch bis zu ganz aktuellen Themen wie etwa die Rechte der Bevölkerung in der Ostukraine und die Freiheiten der Immigranten, die oft unter Lebensgefahr vor Unterdrückung und akuter finanzieller Not flüchten. Ein Thema war natürlich auch die Meinungsfreiheit, über die nach dem Terror-Angriff auf die französische Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ so viel gesprochen wird. Das Bekenntnis „Je suis Charlie“ fand sich dann auch auf mehreren Buttons wieder, auf denen die Teilnehmer des Workshops das bannen sollten, was Freiheit für sie bedeutet - die Buttons werden übrigens ab nächster Woche auch im CDREF zu sehen sein. Die Schüler waren sich einig, dass jeder seine Meinung sagen darf und dazu stehen muss. Sie meinten allerdings auch, dass man aufpassen muss, wie man sie ausdrückt.
Herausforderung Toleranz und Meinungsfreiheit
Auf jeden Fall müsse die Meinungsfreiheit verteidigt und Toleranz geübt werden. Eine Herausforderung, die aber auch mit sich bringt, dass jeder an sich selbst arbeitet, um das auch zu leben. Ganz wichtig findet die Klasse, Rechtspopulisten die Stirn zu bieten und all jenen, die andere Menschen ausgrenzen wollen. „Das dürften wir uns nicht gefallen lassen“, sagt Max nach der Gedenkminute an die Opfer des Nazi-Regimes am „Mémorial de la Déportation“, die in die pädagogische Matinee eingeplant worden war. „Wir müssen aufpassen, dass solche Dinge nie mehr passieren“, unterstrich Laura mit Blick auf den Holocaust, „es gibt sicher noch Wege, wie wir das noch besser gewährleisten können“. Die Klasse wird sich auf jeden Fall noch weiter mit der Thematik beschäftigen. Im Februar werden sie Gerd Klestadt treffen, der den Horror im Konzentrationslager überlebte. Für April ist ein Besuch im ehemaligen KZ Natzweiler vorgesehen.
Mehr über das „Centre de Documentation et de Recherche sur l’Enrôlement forcé“:
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