CLAUDE KARGER

Bei der „Revue“-Regierungszwischenbilanz mit dem Chef durfte die Frage nach der Einschätzung der Oppositionspolitik natürlich nicht fehlen. „Der Regierung haftete schon früh die Verschwörungstheorie an, die vor allem von der CSV in die Welt gesetzt wurde. Wie gehen Sie damit um?“, stichelte die „Revue“ beim Plausch mit dem Premier in dessen „Pop Art“-Galerie. „Sie versuchte es auch wieder letzte Woche“, entgegnet Bettel in Anspielung auf die große CSV-Show beim „Etat de la Nation“, „das ist dieses Calimero-Prinzip, sich immer als Opfer zu fühlen. Dabei sollte sich die CSV die Frage stellen, warum niemand mit ihr eine Regierung bilden wollte. Aber anscheinend hat sie es immer noch nicht gelernt.“ Na, der CSV-Boss wird jetzt schon ordentlich an der Retourkutsche basteln. Am Mittwoch hatte er im RTL-„Invité vun der Redaktioun“ jedenfalls so seine liebe Mühe von „Gambia-Bashing“ auf „Kloer Vuen, kloer Wierder, kloer Virschléi“ zu switchen. „Luxemburg kann und darf nicht ohne Plan wachsen“, fordert indes der Vielleicht-Spitzenkandidat der CSV in deren Beilage im Erzbistumsblatt, und wirft der Dreierkoalition vor, „im Blindflug Richtung Zukunft“ zu rasen. Ein etwas kurioser Vorwurf, steuerten doch CSV-Exponenten jahrzehntelang ziemlich pirouettenhaft die Landesplanung. Aber das ist ja schon lange her...