KOCKELSCHEUER
CORDELIA CHATON

Das neue Leitungstrio auf dem Camping Kockelscheuer hat noch viel vor

Die Morgensonne fällt durch die Fenster des Camping-Shops. Ein grauhaariger Mann mit Bart und Pferdeschwanz wendet sich an die Theke. „Ich will noch drei Tage länger bleiben“, sagt er. „Die möchte ich jetzt bezahlen.“ Hinter dem Tresen sitzt Sunny Venneker und bedient Kunden auf Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch oder Luxemburgisch. Er kassiert und begrüßt die nächste Kundin, die ihr Kabel und eine grüne Karte abgibt, dank der sie das Zufahrtsrecht zum Gelände mit seinen 161 Stellplätzen hat.

Eine Frau in türkisfarbener Jogginghose holt ihre Tüte Brötchen ab. „4,20 macht das“, sagt Sunny. Die Brötchen werden morgens vor Ort gebacken. Es gibt auch Baguette für 1,50, glutenfreies „Pain au Chocolat“ für 1,80, ein Körnli für 1 Euro oder Donuts verschiedener Geschmacksrichtung. In den Regalen warten Toilettenpapier, Shampoo und Erdnussbutter auf Käufer. Zwei Kühlschränke sind mit Wurst, Käse und Milchprodukten gefüllt. Sunny macht frischen Kaffee in der Espressomaschine, der an einem Tisch oder der Theke direkt im Laden getrunken werden kann. Margo Straik kommt herein. Die Sonne leuchtet auf ihrem pink-lila Schopf.

Gemeinsam mit Sunny und Roby Bouquet hat sie seit April den Camping Kockelscheuer übernommen. Die drei wollen einiges neu organisieren und Angebote erweitern. Genau wie ihr Partner Sunny ist Margo mehrsprachig. Den Campingplatz kennt sie nur zu gut, denn sie führt seit acht Jahren das Bekleidungsgeschäft im CK Sportcenter nebenan. Roby wiederum ist dort für die Bowlingbahn zuständig. Margo weiß, was Camper wünschen.

„Um das zu verstehen, muss man selbst campen. Das ändert alles. Camper wollen eine persönliche Note, eine Herzlichkeit, die es so in Hotels nicht gibt“, sagt sie. Mit Sunny fährt sie schon seit Jahren auf Campingplätze und kennt sich auch in Luxemburg gut aus.

„Unser Campingplatz war früher ein Durchgangsplatz. Doch jetzt bleiben die Leute auch länger. Wir haben eine tolle Busanbindung, alle sieben bis acht Minuten fährt ein Bus in die Stadt. Wo gibt es so was schon“, fragt sie? Eine Frau und ein Mann in grüner Kleidung kommen ins Geschäft. „ACSI“ steht auf ihren T-Shirts und Taschen. Sie sind zur Bewertung des Campingplatzes da und sehr erfreut, dass Sunny Niederländisch spricht. Dann nehmen sie die Fakten auf.

Fakten zum Platz: Ein moderner Campingplatz am Waldrand mit Einzelwaschkabinen, Gratisduschen, Aufenthaltsraum mit Terrasse, großem Kinderspielplatz, Shop, Imbiss, Waschmaschine, Trockner, Gratis-Wifi  und Entsorgungsstation sowie Boule-Feldern. Direkt neben an Tennis, Golf, Bowling, Squash, Solarium und Restaurants sowie Rad- und Wanderwege. Der Campingplatz gehört der Gemeinde und wird vom Caravaning Club geführt. Der hat ihn an das Trio vermietet. Margo gefällt der Job.

„Wir sind hier Informationsbüro, Seelsorger und vieles mehr“, lacht sie. „Man muss das lieben.“ Angesichts der Öffnungszeiten stimmt das wohl. Denn im Sommer ist der Platz von 7.000 bis 22.00 durchgehend geöffnet. In dieser Zeit ist immer jemand da. „Früher brauchte man keine Reservierung.

Aber jetzt sind wir in der Hauptsaison voll, Ostern war es auch schon so“, berichtet Margo. Im Laden liegen Broschüren über Luxemburg aus. Zur Vermarktung gehören die Sehenswürdigkeiten, aber auch die Campingplätze. Kockelscheuer soll bald mit neuen Angeboten punkten und seine ohnehin schon sehr guten Bewertungen noch verbessern. „Wir werden unseren Weg finden“, meint die Campingplatz-Leiterin zum Abschluss, „wir haben noch viel vor.“