LUXEMBURG
HELMUT WYRWICH

2019 hatte im Frachtgeschäft keinen klaren Kurs

Das Geschäft brach ein, der Gewinn brach ein und dennoch: Die luxemburgische Frachtfluggesellschaft Cargolux steht nicht schlecht da. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzbericht hervor. Das Unternehmen flog 2019 im operativen Geschäft vor Steuern und Zinsen ein Ergebnis von 114 Millionen US Dollar ein. Das ist bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden US Dollar eine Umsatzrendite von 5,1 Prozent. Der Gewinn lag bei 20 Millionen US Dollar gegenüber 211 Millionen im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem es einen Umsatz von 2,6 Milliarden US Dollar mit einer Umsatzrendite von 12,2 Prozent gab, ist das ein klarer Absturz. Aber: Das Jahr 2019 war ein schwaches Jahr im internationalen Frachtverkehr allgemein. Im vergangenen Jahr zeichnete sich bereits eine deutliche Abschwächung der weltweiten Konjunktur ab. Der Luftfrachtverkehr ist dazu immer ein vorauseilender Indikator.

Cargolux, Europas führende Nur-Fracht-Fluggesellschaft, kann im Gegensatz zu früheren Jahren solch ein „Delle“ leichter überstehen, auch, zumal immer noch ein Gewinn erwirtschaftet wurde. Der Grund: Ein großer Teil der Boeing 747-400 Flotte ist bezahlt. Andererseits gab es gerade für die Flotte der Boeing 747-400 Wertberichtigungen, die Cargolux mit 47,6 Millionen Dollar beziffert.

Leichter überstehen kann das Unternehmen diese Schwächung auch, weil die Luftfracht eine der wenigen Branchen ist, die im Rahmen der Coronavirus-Krise voll ausgelastet ist. Cargolux lässt seine Flugzeuge derzeit unter anderen auch in Köln/Bonn oder Maastricht landen, weil der Luxemburger Flughafen überlastet ist. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr eine Million Tonnen befördert, 4,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Sein Anlagevermögen liegt bei 3,4 Milliarden, die Verschuldung bei 2,2 Milliarden und die flüssigen Mittel bei 596 Millionen. Das Jahr 2019 war kein brillantes Jahr für Cargolux, aber die Fluggesellschaft hat es gut überstanden. Helmut Wyrwich