CLAUDE KARGER

Während die einen der Politik den Rücken kehren, haben andere längst nicht fertig. Zum Beispiel Astrid Lulling, 85, Ex-CSV-Europaabgeordnete, die letzte Woche im Schifflinger Gemeinderat einstimmig zur Ehrenbürgermeisterin gekürt wurde, war sie doch 1970-1985 dort Oberbossin. Das „Wort“ war dabei und berichtet über des Laudators Einsatz: „Interessant dabei war auch eine Aussage, in welcher er schlussfolgerte, wer Astrid Lulling kenne, der könne nicht ausschließen, dass sie 2017 wieder bei den Gemeinderatswahlen antreten werde“. Der Konkurrenz schlottern jetzt schon die Knie. Dass die politische Alpha-Oma nicht in Rente geht, war eigentlich klar. „Ce n’est pas un adieu“ betitelte sie kürzlich demonstrativ die 354. und letzte Folge ihres EP-Videoblogs, wo sie abermals beklagte, wie Viv‘ sie bei den Europawahlen „ausbootete“. Was übrigens den LSAP-Sitz rettete, wie ein Genosse ihr gebeichtet habe. War’s das nun mit dem Europa-Zirkus, zu dem die gute Astrid insgesamt fast 40 Jahre gehörte? Wer Astrid Lulling kennt.... Geprägt hat sie ihn definitiv, nicht zuletzt als bienenfleißige Quästorin im Einsatz für die Qualität von Speis‘ und Trank im EP. Deshalb soll auf Vorschlag des Parlamentsbüros künftig die Deputierten-Bar in Brüssel ihren Namen tragen. Zum Wohl. Und ad multos. Aber man sieht sich ja.