LUXEMBURG
MM

Übernahme von Klenk als Investition in neues Know-how

Die Ceratizit-Gruppe wächst weiter. Wie gestern beide Unternehmen bekannt gaben, wird ab 1. Juli der deutsche Hersteller von Vollhartmetall-Werkzeugen, die Klenk GmbH & Co. KG, zur luxemburgischen Ceratizit Group gehören.

Damit ergänze das Unternehmen sein Produktportfolio durch Sonderlösungen für Vollhartmetall-Rundwerkzeuge. Der Zukauf - Teil der weltweiten Akquisitions-Strategie des Hartmetall-Spezialisten aus Mamer - stärke die Positionierung des Konzerns als Premium-Anbieter für alle Arten von Werkzeuglösungen und „forciert zudem Ceratizits Wachstum in den Zielbranchen Luft- und Raumfahrt, Automobil und Medizintechnik“, wie das Unternehmen mitteilt. Über finanzielle Einzelheiten haben beide Privatunternehmen Stillschweigen vereinbart.

Von Medizintechnik bis Aerospace

„Unser Ziel ist es, als globaler Premium-Player für alle Zerspanungswerkzeuge wahrgenommen zu werden“, erklärt Thierry Wolter, Vorstand der Ceratizit Group. Die Übernahme treibe das Wachstum von Ceratizit in wichtigen Zielbranchen voran, denn Klenk fertigt insbesondere Lösungen für Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie Medizintechnik. „Vor allem in der Aerospace-Branche ist Klenk hochspezialisiert“, erläutert Wolter. „Mit der Übernahme investieren wir daher in neues Know-how für einen weltweiten Wachstumsmarkt.“ Der Luftverkehr werde sich in den nächsten 15 Jahren verdoppeln. Ausgediente Flugzeuge werden zudem durch effizientere und umweltfreundlichere Entwicklungen ersetzt und würden entsprechend die Nachfrage nach branchenspezifischen Zerspanungslösungen erhöhen.

Klenk seinerseits profitiere vom globalen Vertriebsnetz der Ceratizit-Gruppe und ihrer starken Präsenz im Weltmarkt. In der Fertigung könne Klenk überdies auf Stäbe und Rohlinge der Kompetenzmarke Toolmaker Solutions von Ceratizit zurückgreifen. Die eigene Marke „Klenk“ wird bestehen bleiben.

Das Familienunternehmen Klenk stellt seit 1959 Hartmetall-Zerspanungswerkzeuge her und beschäftigt am Standort Balzheim, Deutschland, 120 Mitarbeiter. Über 85 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der Vollhartmetall-Werkzeughersteller mit Sonderwerkzeugen für das Bohren, Senken, Reiben und Fräsen sowie dem Nachschleifen und diamantbeschichteten Werkzeugen. Die Lösungen werden beispielsweise zur Bearbeitung von Carbonfaser-verstärkten Kunststoffen (CFK), Titan- und Aluminium-Legierungen oder Stählen für Luftfahrtindustrie, Automotive-Branche und Medizintechnik eingesetzt.

Die Übernahme durch Ceratizit steht unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.