Die Quint:Essence Capital S.A. erklärt von sich, eine „andere Fondsgesellschaft“ zu sein und hat neben Publikumsfonds vor allem auch das Thema Spezialfonds für Stiftungen entdeckt. Nach ihr können diese Fonds „Made in Luxembourg“ auch für Stiftungen mit kleineren Vermögen eine sinnvolle Alternative sein.
Sie werben damit, eine Fondsgesellschaft zu sein, die anders ist. Inwiefern sind Sie das?
Josef Koppers Nun, zum ersten sind wir eine inhabergeführte und bankenunabhängige Investmentgesellschaft, die nicht nur ihre Verwaltung, sondern tatsächlich auch ihr Portfoliomanagement in Luxemburg hat: Die Entscheidungen werden hier vor Ort getroffen. Und der Name Quint:Essence, also „Konzentration auf das Wesentliche“, ist bei uns auch Programm. Das zeigt sich darin, dass wir zunächst einmal die Anzahl unserer Publikumsfonds, die für jedermann erwerbbar sind, auf zwei beschränkt haben. Wir konzentrieren uns darauf, was der Anleger für seinen Vermögens-erhalt und eine moderate Wertsteigerung braucht. Für den,
der Traden und Zocken will, sind wir nicht die Richtigen, das wollen wir nicht.
Wir wollen Anlagen behutsam mehren und erhalten.
Der Begriff „Investment“ scheint ja oftmals fehl am Platz zu sein, denn Day-
trading hat ja wenig mit echtem Investment zu tun.
Koppers Das sehen wir genauso: Wir verstehen Investment als längerfristige, substanzielle Beteiligung, will heißen, wir suchen uns die Werte sehr genau aus, in die wir investieren, und konzentrieren uns dabei auf eine geringe Auswahl von maximal 24 Titeln. Wir wollen von den Titeln, in die wir investieren, überzeugt sein und nicht noch den xten Titel mit 0,x Prozent ins Portfolio einführen. Ein Portfolio
sollte überschaubar breit gestreut sein. Diversifikation wird zwar oft als Risikominimierung begründet, aber eine zu große Diversifikation vergrößert auch unnötig die Kosten.
Ist heute Vermögensaufbau überhaupt noch vernünftig machbar?
Koppers Dem Werterhalt steht ein moderater Vermögensaufbau überhaupt nicht entgegen. Als Anleger - also auch wir selbst als Großanleger - muss man das Unternehmen, in das man investiert, verstehen, seine Politik, sein Geschäftsmodell. Windige Dinge zu kaufen, die von Subventionen leben, davon sehen wir ja jetzt beim New-Energy-Markt das Ergebnis: Dinge, die subventioniert werden, aber keinen gesunden Wettbewerb haben, knicken plötzlich ein, wenn Konkurrenz auftaucht.
Was hat es mit den Luxemburger Spezialfonds auf sich?
Koppers Ein Spezialfonds ist in verschiedener Ausgestaltung denkbar. Er ist seit langem für institutionelle Investoren ein gebräuchliches Vehikel zur Bündelung unterschiedlicher Vermögensgegenstände. Auch für den vermögenden Privatanleger bietet er eine Reihe von Vorteilen. Gerade für einen Luxemburger Anleger ist dieses Instrument aus steuerlichen Gründen attraktiv. Denn nach Einhaltung der gesetzlichen Haltedauer ist die Wertsteigerung des Fonds grundsätzlich steuerfrei.
Inwiefern sind Spezialfonds „Made in Luxembourg“ interessant für deutsche Stiftungen?
Koppers Hier führt der Luxemburger Spezialfonds derzeit noch ein Schattendasein. Zu Unrecht. Denn gerade bei Stiftungen führt die Idee, das Stiftungsvermögen mit einem Spezialfonds zu ummanteln, zu einer Erweiterung der Investitionsmöglichkeiten. Ein Beispiel: Nach dem deutschen Stiftungsrecht hat eine Stiftung einen Vermögensstock, mit dem sie arbeiten muss, damit sie die steuerlichen Privilegien der Gemeinnützigkeit genießen kann. Die Erträge dieses Grundstockvermögens, das der Stifter einbringt, müssen dem jeweiligen Stiftungszweck entsprechend (seien es soziale Zwecke oder Förderung der Wissenschaft und so weiter) verwendet werden. Die Art der Erträge ist aber unterschiedlich zu behandeln: Nur Zinsen und Dividenden beziehungsweise Ausschüttungen aus Investitionen im Kapitalmarkt stehen zur Finanzierung des Stiftungszwecks zur Verfügung. Investiert die Stiftung hingegen in thesaurierende Papiere, die also den Kursgewinn nicht ausschütten, sondern wieder anlegen und dadurch den Wert steigern, muss diese Wertsteigerung bei Verkauf der Papiere dem Grundstockvermögen zugeschlagen werden; die Stiftung kann also nicht damit arbeiten. Aus diesem Grund investieren Stiftungen in der Regel auch nicht in solche Papiere, selbst wenn sie vielleicht sehr interessant sind. Das kann man durch Ummantelung der Stiftung mit dem Spezialfonds umgehen, denn nicht die Stiftung selbst, sondern der Spezialfonds erwirbt dann die thesaurierenden Papiere. Damit erweitert man beträchtlich die Möglichkeit der Stiftungen zu investieren. Der nächste Vorteil ist: Wenn eine Stiftung auf Ausschüttung angewiesen ist, um beispielsweise Gehälter zu finanzieren, bekanntlich ja aber nicht alle Anlageformen stets gleichmäßig ausschütten, kann man das durch einen Spezialfonds ganz anders steuern. Der Luxemburger Spezialfonds ist dabei auch für kleinere Stiftungen sehr interessant, weil man ihn für die jeweilige Stiftung, wie auch für den vermögenden Privatanleger individuell anpassen kann.


