CLAUDE KARGER

Der „Quotidien“-Leitartikler formuliert hehre Wünsche: „l‘affaire du SREL évacuée, il serait temps de ranger le tapis poussiéreux et relancer les manoeuvres pour enfin démasquer les auteurs de la série d‘attentats à la bombe des années 80“. In der Tat liegt der „Bommeleeër“-Prozess seit Anfang Juli 2014 auf Eis; vor rund einem Jahr gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie zusätzlich zu den beiden Ex-Elitegendarmen, die bereits vor dem Kadi standen, neun weitere zum Teil hochrangige Ex-Gendarmen und Polizisten anklagen möchte... „La chape de plomb tient bon“, meint der „Quotidien“-Editorialist. Naja, 35 Jahre danach wärs an der Zeit, dass sie endlich zerbröselt. Äußerst bröselig ist indes die Schlussfolgerung, die der CSV-Boss nach den Freisprüchen „in dubio pro reo“ im „Frisbee“-Prozess auf Facebook postete. „Dowéinst gouf 2013 eng Regierung zu Fall bruecht. Dowéinst gouf joerelaang Gedäisch gemaach an eng Atmosphär geschaf wéi wann d’Land et mat enger uerscher Staatsaffär ze dinn hätt“. Engel bezweifelt tatsächlich, dass es einen Geheimdienst-Skandal gab und meint, alles sei darauf ausgelegt gewesen, „d’Regierung vum Jean-Claude Juncker lasszeginn“. Gewagt, gewagt, wenn man weiß, was für Dysfunktionen beim Spitzeldienst auf den Tisch kamen. Eine „Staatsaffär“ fürwahr. Und „uersch“ obendrein.