LUXEMBURG
INGO ZWANK

Über 500 Menschen gedenken der Opfer des Attentats von Paris in der Hauptstadt

Ein Angriff auf Demokratie und Pressefreiheit, ein Angriff nicht nur auf Paris und Frankreich, sondern auf uns alle: Es war ein bewegender Moment gestern auf der Place Clairefontaine in der Hauptstadt in Luxemburg. Rund 500 Leute waren gestern dem Aufruf des luxemburgischen Presserates gefolgt und brachten bei einer Schweigeminute auf dem Place Clairefontaine ihr Mitgefühl mit den Opfern des Terroranschlags von Paris zum Ausdruck. Drei Männer hatten schwer bewaffnet einen Anschlag auf die Redaktionsräume der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris verübt und hier zwölf Menschen hingerichtet.

Betroffenheit europaweit

Der Präsident des Presserates, Roger Infalt, brachte in wenigen Worten die vorherrschenden Gefühle zum Ausdruck. „Zuerst ist es wie ein Schock und es folgen Trauer, eine Art Ohnmacht und auch Wut“, sagte Infalt, der ergriffen war von der Resonanz der Aktion. Auch der luxemburgische Premier Xavier Bettel und viele Mitglieder der Regierung fanden sich auf dem Platz ein und kondolierten dem ebenfalls anwesenden französischen Botschafter in Luxemburg, Guy Yelda.

Pressefreiheit und Demokratie dürfen nicht geopfert werden

Nachdem Infalt die Namen der getöteten Journalisten und Polizisten verlesen hatte, versicherte ein sichtlich betroffener Premier Frankreich die Solidarität Luxemburgs. „Wir sind noch im Schockzustand. Man muss alles daran setzen, damit Werte wie Pressefreiheit und Demokratie nicht einer solchen Bluttat zum Opfer fallen. Es war ein Angriff auf uns alle, wir müssen jetzt Solidarität beweisen. Kein Gehör für extremistische Gruppen. Es lebe die Meinungsfreiheit, ich bin stolz auf Luxemburg, ich bin stolz, Premier eines solchen Landes zu sein“, sagt der Premier abschließend.

Der erste Bürger der Landes, Chamber-Präsident Mars Di Bartolomeo, kam gerade aus Paris und gab einen Zustandsbericht aus der französischen Hauptstadt ab: „Ich habe mit vielen Leuten und auch Sicherheitskräften sprechen können und alle, wirklich alle sind gewillt, die Pressefreiheit und auch die damit verbundenen Demokratiegrundsätze zu verteidigen, wie die Leute heute hier“. Er zeigte sich überwältigt von der Aktion in Luxemburg: „Dies ist ein deutliches und klares Zeichen in Richtung Demokratie und ihre Freiheit“, sagt Di Bartolomeo, „nicht nur Paris und Frankreich, wir alle wurden tödlich getroffen, doch man sieht an den Reaktionen sehr deutlich, dass das Ziel absolut verfehlt wurde“, wobei er jeglichen Ansatz solchen Extremismus auf das Schärfste verurteilte. Bereits am Mittwochabend hatten sich spontan einige Leute vor der „Maison de la Presse“ eingefunden und mit Plakaten wie „Je suis Charlie“ ihre Solidarität bekundet.

Trotz des Attentats am vergangenen Mittwoch hat die Redaktion von Charlie Hebdo beschlossen, an diesem Mittwoch eine Ausgabe heraus zu bringen, inklusive neuen Mohammed-Karikaturen. Finden Sie das gut?

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