LUXEMBURG
SVEN WOHL

Angespielt: „Persona Q“ für Nintendo 3DS

Einige Mischungen funktionieren nicht auf dem Blatt Papier. Man muss sie erlebt haben, um sie zu schätzen zu wissen, so wie Chili-Schokolade. So ähnlich sieht es bei Persona Q aus: Hier werden die japanischen Rollenspielserien „Persona“ und „Etrian Odyssey“ miteinander vermischt. Während beide Serien dem gleichen Hauptgenre angehören, sind ihre Unterkategorien sehr eigen. Dennoch: Was hier mit „Persona Q“ präsentiert wird, ist eines der interessantesten Rollenspiele der vergangenen Jahre.

Ungewöhnliches Aufeinandertreffen

Die Protagonisten von „Persona 3“ und „Persona 4“ werden durch eine Anomalie zusammengebracht und landen in einer Art Zwischendimension. Um dieser zu entkommen müssen Labyrinthe erkundet und Monster besiegt werden. Es sind die Details, durch die die Story an Spannung gewinnt, doch die sollen hier nicht verraten werden. Es ist genug damit gesagt, dass ein für „Persona“ typisch hohes Niveau erreicht wird, das düstere Elemente gekonnt mit Komik auflockert. Der gesamte Look des Spiels gibt sich niedlich und farbenfroh, was sehr gut passt und die Musik unterstreicht den Aufenthalt in den Dungeons mehr als gekonnt.

Für Experimentierfreudige

Dort verbringt man auch viel Zeit. Deshalb ist es gut, dass sie vorzüglich designt sind, jede Ebene sich optisch und akustisch unterscheidet und es zahlreiche Geheimnisse zu entdecken gilt. Erkundungen lohnen sich, auch weil es besondere Gegenstände für das vollständige Freilegen der Karte gibt. Die muss übrigens von Hand auf dem Touchscreen des 3DS eingetragen werden, ein Element, das aus der „Etrian Odyssey“-Serie bekannt ist. Die Persona - eine Art sammelbare und trainierbare Dämonen - sind auch vorhanden und können frei den Figuren zugeteilt und separat weiterentwickelt werden. Ein komplexes System, das dank Fusionen zum Experimentieren anregt.

„Persona Q“ vereint damit das Beste aus den beiden Serien-Welten: „Etrian Odyssey“ bringt die schweren Erkundungsfahrten in Labyrinthe mit sich, „Persona“ dagegen das Kampfsystem und seine gut geschriebene Story. Wer japanischen Rollenspielen vor Jahren den Tod vorhersagte, wurde bereits mehrmals eines besseren belehrt, doch „Persona Q“ wirkt desto mehr wie ein triumphales Erwachen des Genres. Denn sowohl spielerisch als auch von der Aufmachung her wird sich hier keine Blöße gegeben, alles wirkt wie aus einem Guss. Bemängeln kann man höchstens, dass man relativ viel Zeit in das Sammeln von Erfahrungspunkten stecken muss, da der Schwierigkeitsgrad schnell ansteigt. Davon abgesehen lässt sich das Spiel uneingeschränkt für alle Fans des Genres und natürlich „Persona“-Liebhabern empfehlen.