URSPELT
CORDELIA CHATON

Das „Chateau d’Urspelt“ ist ideal für einen Kurzurlaub im eigenen Land

Wer nach Urspelt kommt, kann es nicht übersehen: Das gleichnamige Schloss. In weiß und creme dominiert es den winzigen Ort elegant, schon die gestutzten Bubiköpfchen und der große Parkplatz mit E-Ladestellen sind ein Vorgeschmack auf das „Chateau d´Urspelt“.

So nennt sich das Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant, seit es der Bauunternehmer Freddy Lodomez 2005 aus einem langen Dornröschenschlaf erweckt und in drei Jahren komplett umgebaut hat. Heute ist es ein von der luxemburgischen Regierung denkmalgeschütztes Gebäude, das moderne Annehmlichkeiten mit historischem Flair verbindet. Denn die Geschichte des Schlosses reicht immerhin bis ins 13. Jahrhundert zurück, das Gebäude ist aus dem 18. Jahrhundert.

56 Zimmer und Suiten, die in vier Kategorien aufgeteilt sind, warten auf die Gäste. Sie sind geschmackvoll-zurückhaltend gestaltet. Schon die einfache Klasse genügt auch gehobenen Ansprüchen völlig. In der Suitenklasse sind dann auch freistehende Badewanne oder ein Himmelbett möglich.

Das Hotel profitiert davon, dass es im weiteren Umkreis kein solches Haus gibt. Es ist - wie die Hotelleitung nicht ohne Stolz betont - das einzige Schloss des Großherzogtums, das volle Hoteldienstleistungen anbietet.

Wer als Gast kommt, kann zusätzlich Spa-Angebote wie Sauna oder Hamam buchen - oder sich für zehn Euro einen Bademantel leihen und über den Hof zur höher gelegenen und somit sichtgeschützten Sonnenterrasse schlendern, auf der sich das von April bis Oktober beheizte Schwimmbad sowie ein Jacuzzi und Liegen befinden. Oder einfach einen Drink an der Bar nehmen.

Viele der Gäste kommen, weil das Hotel sich nur zehn Autominuten von Clerf und der dortigen Fotoausstellung „The Family of Man“ von Edward Steichen befindet. Andere wiederum wollen von der Lage mitten im Naturpark Our profitieren und wandern. Die Rezeption hält für drei Euro Wanderkarten vorrätig und ist auch bei einer Fahrradanmietung behilflich.

Wegen des romantischen Rahmens und des Galasaals wird das „Chateau d´Urspelt“ gern für Hochzeiten gebucht. Schon mehr als 350 Paare sollen hier gefeiert und haben. Deshalb gibt es eigens einen Service für sie. Darüber hinaus vermietet das Hotel Seminarräume. Insgesamt verfügt das zuletzt 2016 erweiterte Schloss über 20.000 m².

Wer im Restaurant mit französischer Küche essen will, muss reservieren. Es öffnet um 18.00 und legt Wert auf Bio- und Fairtradeprodukte. Das Essen ist fein abgestimmt, die Weinauswahl groß und preislich im Rahmen. Nicht so angenehm ist die Präsenz von Fliegen im Speisesaal - doch so ist das Land. Bei voller Besetzung kann es zwischen einzelnen Gängen schon mal dauern. Das junge, vor allem frankophone Personal ist freundlich und stets bemüht, es dem Gast in jeder Hinsicht recht zu machen. Zwar können Gäste auch draußen essen, aber der Speisesaal ist eindeutig die bessere Wahl.

Interessant sind verschiedene Pakete, die das „Chateau d’Urspelt“ anbietet. Das günstigste beinhaltet einen Drink an der Bar, Übernachtung, Drei-Gänge-Menü und Frühstücksbuffet für 99 Euro pro Person. Für 225 Euro/ Person bietet „Eat, Stay & Love“ zwei Übernachtungen inklusvie Abendmenüs mit allen Getränken, Frühstück und einer Begrüßungsflasche. Da die belgische und deutsche Grenze nahe liegen, kommen viele Gäste von dort.

www.chateau-urspelt.lu