LUXEMBURG
LJ

Präsidentin der neuen „Douanesgewerkschaft“ über das Arbeitsklima beim Zollund die Notwendigkeit von Präzisionen beim Waffengesetz

Lynn Luciani ist seit Ende Februar Präsidentin der „Douanesgewerkschaft“, die aus der Fusion von „Lëtzebuerger Douane’s Gewerkschaft“ (LDG) und „Association des Cadres Fonctionnaires de la Douane“ hervorging. „Die Einsicht, dass es Sinn macht, eine gewerkschaftliche Vertretung für alle Karrieren aus der Zollverwaltung hat sich bereits seit einigen Jahren durchgesetzt“, erklärt sie.

Sicherheit und Ungerechtigkeiten

„Es ist besser an einem Strang zu ziehen und unsere Kräfte zu bündeln“. Die neue Gewerkschaft vertritt insgesamt 634 Mitglieder, darunter eine Reihe von pensionierten Kollegen. Auf die Frage, welche Themen die DG am meisten umtreibt führt Luciani zunächst die Sicherheit an. „Der Sicherheitsaspekt ist eigentlich ständig oben auf der Agenda, schließlich sind viele Kollegen dauernd in Uniform und mit Waffe auf dem Terrain“, erklärt sie, „das Thema wurde noch akuter, als einer unserer Kollegen im Oktober 2013 bei einer Kontrolle auf der Aire de Capellen über den Haufen gefahren und schwer verletzt wurde.“ Lynn Luciani weist auf die Waffenproblematik hin. Anders als bei der Polizei sei der Waffengebrauch durch Zollbeamte nicht klar für alle Bereiche geregelt. Das sei problematisch in punkto strafrechtliche Verantwortung der Beamten. Die DG-Präsidentin fordert demnach Präzisionen beim Waffengesetz für die „Douane“. Das sei auch notwendig, weil der Zoll mittlerweile auch in den nationalen Wachsamkeitsplan gegen terroristische Aktivitäten eingebunden sei und gemeinsam mit Polizisten etwa Bahnhöfe absichere.

Lynn Luciani, die mit ihrem Gewerkschaftsteam auch „Ungerechtigkeiten“ ausräumen möchte, die mit der Beamtenrechtsreform entstanden sind, bezeichnet das Verhältnis mit der Direktion allgemein als gut. Für Unzufriedenheit sorge vor allem die „chronische Unterbesetzung“ in einigen Dienstbereichen. Die Arbeit in allen Bereichen werde auf jeden Fall immer komplexer und fordere immer mehr Weiterbildung, sagt Lynn Luciani.


Die „Douanesgewerkschaft“ feiert heute Abend übrigens
ihr 100. Jubiläum in Dommeldingen. Ein geselliger Abend
ohne große Reden soll es werden. Gleichzeitig feiert
die „Douanesmusek“ ihr 25-jähriges Bestehen