LUXEMBURG
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Nach scharfer Kritik von Bewohnern - Christian Ehrang wird Interim-Direktor

Nach schweren Vorwürfen von rund 30 Bewohnern des „CIPA Blannenheem“ und deren Familien hatte sich der Verwaltungsrat der Einrichtung am Wochenende getroffen, um die Sachlage zu erörtern. Die Kritiker hatten unter anderem fehlende Kommunikation und fehlenden Respekt angeprangert, gestrichene Essensrationen, Sparmaßnahmen und eine allgemein schlechte Atmosphäre in dem Haus. Mithilfe der „Patiente Vertriedung“ und dem ehemaligen Direktor Roger Hoffmann waren die Vorwürfe an die Öffentlichkeit getragen worden. Hoffmann hatte sogar gemeint, sein Nachfolger Dr. Jean-Paul Grün, der sein Amt seit Januar 2017 bekleidet, sei der falsche Mann an der falschen Stelle. Am Montagmorgen teilte der Verwaltungsrat der „Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung“ mit, dass bei seiner Sitzung vom Samstag, dem 6. Juni die Beschwerden „einer gewissen Zahl von Angehörigen von Pensionären zur Kenntnis genommen“ wurden, welche dem guten Ruf des CIPA „Blannenheem“ schwer schädigen würden.

Nach den Erklärungen Jean-Paul Grüns sei der Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, dass die Vorwürfe, wie sie in der Presse dargestellt wurden, „einer objektiven Analyse nicht standhalten“ würden. „Tief enttäuscht“ zeigt sich dann der Verwaltungsrat, dem Paul Ensch vorsitzt und ferner zusammengesetzt ist aus Jean Straus (Vize-Präsident), Marcel Urbé (Sekretär-Schatzmeister) sowie den Mitgliedern Marianne Brosius-Kolber, Jeff Bentz, Marc Fischbach, Albert Henkel, Jean-Pierre Klein, Henri Schuller und Pierre Weicherding, indes über das Verhalten des früheren Direktors Roger Hoffmann. Ihm wird vorgeworfen, sich „mit unangebrachten und aggressiven Aussagen“ zum Nachteil seines Nachfolgers profiliert haben zu wollen. Den hochprofessionellen und empathischen Einsatz des Pflegepersonals lobt der Verwaltungsrat indes in höchsten Tönen. Trotzdem haben angesichts „des allgemeinen Klimas“ in der Stiftung Verwaltungsrat und Generaldirektor im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen, ihre Zusammenarbeit aufzukündigen. Jean-Paul Grün wird für die Qualität seiner Arbeit und die Dienste, die er für die Stiftung geleistet hat, gedankt. Christian Ehrang, der einst verschiedene Altersheime leitete, wurde mit der Interim-Generaldirektion beauftragt, bis eine neue Führungskraft gefunden ist. In ihrer Antwort auf eine dringliche parlamentarische Frage von Marc Spautz (CSV) schrieb Familienministerin Corinne Cahen (DP), dass die von den 30 Familien erhobenen Vorwürfe dem Familienministerium nicht zugetragen worden seien.

Nur eine Familie habe sich im vergangenen November offiziell an das Ministerium gewandt, und im vergangenen Februar sei ein Brief der Anwaltskanzlei der Familie eingegangen, damit sich das Ministerium des Rechtsstreits zwischen der Familie und der „Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung“ annehme. Aufgrund der Vorwürfe habe das Ministerium im vergangenen März eine Zulassungskontrolle im CIPA durchgeführt, bei der festgestellt wurde, dass die Bedingungen des ASFT-Gesetzes erfüllt seien. Die von der Familie hinterfragte Preispolitik des CIPA stelle keine Zulassungsbedingung im Sinne des genannten Gesetzes dar.