LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Der neue Katastrophenfilm „Greenland“ bietet spannende und originelle Passagen

Katastrophenfilme gehören zum Kino wie Liebesfilme, Krimis oder Western. Einer der ersten Streifen des Genres hieß „Gli ultimi giorni di Pompeii“ und wurde 1913 von Mario Caserini und Eleuterio Rodolfi gedreht. In den 1970er Jahre erlebte dieses Filmgenre einen wahren Boom, mit Filmen wie „The Poseidon Adventure“ (1972), „The Towering Inferno“ (1974) oder „Earthquake“ (1974). Um die Effekte von Erdbeben, Sternenkriegen und Kriegsgeschehen so real wie möglich im Kinosaal wiederzugeben, erfanden Techniker das Sensurround-Tonsystem und ließen die Kinosessel beben. Heute zieht das Genre immer noch viele Leute ins Kino, und die moderne Computertechnik lässt die Katastrophen überaus echt aussehen. „Greenland“ von Ric Roman Waugh ist der allerneuste Streifen in der langen Liste der Katastrophenfilme. Waugh begann seine Filmkarriere als Stuntman. 2019 realisierte er den Film „Angel Has Fallen“, in dem bereits Gerard Butler die Hauptrolle spielte, die vom Secret-Service-Agenten Mike Banning.

Der alles zerstörende Komet

Gerard Butler spielt hier den Ingenieur John Garrity. In seiner Ehe mit Allison (Morena Baccarin) kriselt es. Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) gibt ihm jedoch genug Kraft und die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden wird. Ein Komet, der Clark genannt wird, nähert sich der Erde, und wird in Kürze auf ihr einschlagen. Am Anfang soll es sich um ein paar harmlose Brocken handeln, dann kommt jedoch die Gewissheit, dass ein größeres Teil die Erde zerstören und 75 Prozent der Menschen auslöschen wird. Doch John bekommt eine SMS vom Präsidenten. Er und seine Familie sind auserkoren worden, mit einem Flugzeug zu einem sicheren Bunker zu fliegen. Später stellt sich heraus, dass sich diese Anlage auf Grönland befindet.
So machen sich die Garritys auf den Weg zum Flughafen. Dort angekommen, muss John zum Auto zurück, weil Nathan seine Medikamente dort verloren hat. Unterdessen stellt sich heraus, dass Nathan wegen seiner Diabetes nicht ins Flugzeug darf. Als John bereits im rettenden Flieger sitzt, merkt er, dass seine Frau und sein Sohn fehlen. Auf der Suche nach ihnen, erfährt er die Ursache. Allison hat ihm eine Nachricht hinterlassen. Sie will versuchen, zu ihrem Vater (Scott Glenn) zu gelangen.

Ein recht origineller Plot

Mal abgesehen von einigen pathetischen Szenen, die teils ertragbar sind, wie die im Haus von Allisons Vater, teils aber vor Kitsch triefen, bietet die Geschichte von Johns Suche nach seiner Frau und Sohn, wie auch nach einer neuen Fluchtmöglichkeit, einige spannende und originelle Passagen. So wird Nathan von einem gierigen Ehepaar gekidnappt, die unbedingt ins rettende Flugzeug wollen. John gerät an eine Bande Männer, die unbedingt sein Armband haben wollen, das ihnen den Zugang zur Maschine verschaffen würde. Wenn es um die nackte Existenz geht, dann kennen manche keine Grenzen und sind zu allem fähig. Somit zeigt der Film auch die negativen Seiten der Menschen, ohne aber groß darüber zu philosophieren, und eigentlich dient dies nur zur Erhöhung der Spannung.
Die Spezialeffekte sind, wie soll es auch anders sein, perfekt und tragen zum Nervenkitzel bei. Aufgrund seiner originellen Wendungen in der Geschichte kann man sich „Greenland“ ansehen, auch wenn der Ausgang vorhersehbar ist.