LUXEMBURG
SVEN WOHL

DVD-Kritik: „Expendables 2“

Nicht nur wurde bei den „Expendables“-Filmen der richtige Titel gewählt, sind die Filme doch bestenfalls entbehrlich. Nein, sie sind gleichzeitig auch der Beweis dafür, dass die 80er und 90er längst zur Vergangenheit gehören und die damaligen Actionhelden alt, teils sogar steinalt, wirken. Jet Li hat die Lunte frühzeitig gerochen und verabschiedet sich nach den ersten fünf Minuten bereits.

Kein Wunder, im Vergleich wirkt der Erstling wie „Citizen Kane“. Hatte der Erstling wenigstens etwas an Unterhaltung zu bieten, so ist „Expendables 2“ repetitiv, langweilig und repetitiv, schnürt eine uninspirierte Actionszene an die nächste und verwechselt käsige „One Liner“, die zum größeren Teil aus Referenzen bestehen, mit Humor. Das könnte dem Film verziehen werden, hätte er andere Qualitäten.
Ein witzloses Gemisch
Der Plot ist ein einziger Stereotyp, der Bösewicht, gespielt von Jean-Claude Van Damme, heißt „Vilain“ und gelegentlich glaubt man sogar daran, eine Parodie zu schauen. Das Problem ist nur, dass die Vorlage, also Actionfilme der Reagan-Ära und der 90er, an und für sich bereits stark mit Selbstironie angereichert sind. Nur hat „Expendables 2“ ein Problem mit dem Konzept der Selbstironie. Wenn Chuck Norris auftritt wird das nicht nur unterstrichen, sondern es wird auch der absolute Tiefpunkt erreicht. Chuck Norris‘ Witze waren schon alt, da war der erste Film noch nicht mal in der Vorproduktion, und die Tatsache, dass er aus dem Nichts auftaucht und er keine Rolle spielt, helfen auch nicht. Insgesamt oszilliert die schauspielerische Leistung zwischen grimmig in die Kamera blicken und selbstironisch zwinkern. Tiefer als eine aus Nieselregen im Sommer resultierende Pfütze wird es nie, und somit sollte der Film dringend gemieden werden.