LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Romanverfilmung um schwulen Jugendlichen: „Love, Simon“ ist eine laue Teenager-Komödie

Immer wieder versuchen amerikanische Filmemacher die Teenies mit Komödien über ihre pubertären Probleme ins Kino zu locken. Auch wenn dies oft gelingt, sind die Geschichten doch genauso oft haarsträubend oder nicht unbedingt überzeugend, wie in „Love, Simon“, wo Regisseur Greg Berlanti versucht, eine Lösung zum Thema zu geben, wie man mit einem latenten sexuellen Hang umgehen kann. Sein Film beginnt mit der Voice-over-Stimme von Simon Spier (Nick Robinson), der seine besten Freunde vorstellt, Nick (Jorge Lendeborg Jr.), Abby (Alexandra Shipp) und Leah (Katherine Langford). Es folgt seine Familie, Vater Jack (Josh Duhamel), Mamma Emily (Jennifer Garner) und Schwester Nora (Talitha Bateman). Und dann redet er von seinem intimsten Geheimnis, dass er schwul ist.

„Simon Says“

Simon besucht die „High School“ in Creekwood. Er wird auf eine Nachricht auf der Internet-Seite der Schule aufmerksam. Hier outet sich ein anonymer Schüler, der sich Blue nennt, als homosexuell. Simon antwortet dem anonymen Schreiber und nennt sich Jacques. Der Name stammt aus der französischen Übersetzung „Jacques a dit“ des Kinderspiels „Simon Says“. Nach mehreren Mail-Wechseln hat sich Simon sozusagen in die Mail-Adresse verliebt, ist aber zu feige, um Blue zu einem Rendezvous einzuladen, um endgültig zu wissen, wer er ist. So mutmaßt er, dass dieser und jener Schüler Blue sein könnte. Leider erwischt ihn Mitschüler Martin (Logan Miller) bei einem Schriftwechsel und erpresst ihn.

Martin ist ein echter Kotzbrocken und fordert, dass Simon ihm dabei hilft, Abby anzubaggern. Aus Angst und Feigheit lässt er sich auf den Deal ein. Was dann geschieht, ist weder neu, noch originell. Die Freundschaft mit seinen drei Freunden riskiert zu brechen, und Martin wird sein Versprechen nicht halten.

Recht auf eine eigene Sexualität

Im Film, der auf dem Roman „Simon Vs. the Homo Sapiens Agenda“ von Becky Albertalli basiert, kommt es durch die Verwechslungen und die Feigheit Simons zu einigen dämlichen Situationen, die mit sulzigen Dialogen vollgestopft sind, so wie es in amerikanischen Filmen üblich ist, zum Beispiel als Simon seinen Eltern seine Homosexualität beichtet. Lediglich die Auflösung, wer denn nun Blue ist, überrascht etwas. Und die Auftritte des Direktors Worth (Tony Hale) sind sehr witzig, wenn er mit hochtrabenden Reden seine Schüler motiviert oder ihnen die Handys abnimmt. Sich diesen Film nur wegen ein paar gelungenen Szenen und der Schlussfolgerung, dass jeder das Recht auf eine eigene Sexualität hat, anzusehen, muss aber nicht sein.